Festival: Ganz Luzern taucht in Bildergeschichten ein
Vom 5. bis 13. April findet die 33. Ausgabe des Comic-Festivals Fumetto statt. Nicht weniger als acht Hauptstellungen, dazu Dutzende Satellitenausstellungen und Events bietet das kommende Fumetto. Frei von thematischen Klammern taucht es Luzern in Bildergeschichten zwischen alltäglichen Themen, Humor und Albträumen. Und manchmal auch Mehreres zugleich.
Mit dem prominentesten Namen wartet sicher die Ausstellung «Forever Young!» auf. In der Kunsthalle Luzern wird das 40-Jahre-Jubiläum von «Strapazin» gefeiert. Dieses gilt als wichtigstes Comic-Magazin im deutschsprachigen Raum. Im Zentrum der Schau steht ein begeh-, greif- und lesbarer Zeitstrahl mit allen 158 «Strapazin»-Ausgaben. (are/zvg)
Das Fumetto läuft vom 5. bis 13. April in Luzern. Weitere Infos, auch zu allen Satellitenausstellungen, Specials, Messen, schulischen Vermittlungen und Familienprogrammen unter: www.fumetto.ch.
Klassik: Ein Instrument auf Siegeszug
Es gibt auch in der Musik gewisse Modephänomene. Wellen, in denen sich bestimmte Instrumente über kürzere Zeit in grossen Teilen der Bevölkerung besonderer Beliebtheit erfreuen, was sich bald auch in den Anmeldezahlen in der Musikschule niederschlägt. So war es eine Zeit lang mit dem Saxofon, so war es mit dem Keyboard. Und so ist es mit dem Cello. Doch die Sternstunde des grossen Streichinstruments hält schon viele Jahre an. So lange, dass sich mittlerweile eine neue Form von Ensemble etabliert hat: das Celloensemble.
Die Berliner Philharmoniker machten es vor, mittlerweile hat auch das Luzerner Sinfonieorchester ein eigenständiges Celloensemble mit seinen acht festangestellten Cellistinnen und Cellisten gebildet. Dieses Wochenende folgen Konzerte mit der lokal vernetzten Jugend und mit den grossen, international tätigen Vorbildern. (dst)
Tonewood: Samstag, 5. April, 19.30, Schloss Heidegg, Hitzkirch; Cellogipfel: Sonntag, 6. April, 17.00, Marianischer Saal, Luzern.
Theater: Vom Sommer, mit dem die Kindheit endet
Der Bestseller «Hard Land» des Heimatluzerners Benedict Wells ist zum ersten Mal auf der Theaterbühne zu erleben: Schauspieldirektorin Katja Langenbach inszeniert die Uraufführung dieser Geschichte über einen Sommer des Erwachsenwerdens am Luzerner Theater. Ab dem 5. April erzählt die generationenübergreifende und exklusive Adaption des Kultromans von jenem Sehnsuchtsort, wo das Leben und so viele erste Male noch vor einem liegen.
Erste Freundschaft, erste Liebe, erster Abschied – der Sommer, in dem Sam erwachsen wird, ist einer, den er nie vergessen wird. Der Bestseller «Hard Land» von Benedict Wells entführt in die 80er-Jahre, mitten in ein kleines Dorf in Missouri, und erzählt eine bewegende Geschichte über das Jung-sein, das Erwachsenwerden und Ereignisse, die das ganze Leben verändern. (sh)
Samstag, 5. April 2025 (Premiere), 19.30, Luzerner Theater, Bühne; Aufführungen bis zum 11. Juni; www.luzernertheater.ch .
Opernpop und Ghibli-Nostalgie in Luzern
Klassik ist nicht Pop, das weiss man doch. Aber rein per Definition kann, darf und muss auch Klassik durchaus populär sein, also viele Menschen ansprechen. Das kann einerseits innerhalb der allgemein als «Klassik» bezeichneten Musik geschehen. Zum Beispiel mit Programmen, wie sie am Samstag im KKL zu hören sind. Der Veranstalter Obrasso versteht es immer wieder, Abende für breite Publikumsgruppen, echte Liebhaber, zusammenzustellen. Sei es für Blas-, Volks- oder wie hier: Opernmusik. In diesen Abend werden die bekanntesten Opernmelodien aus Italien (und anderen Ländern, aber so genau nimmt man es nicht) gepackt. Da erklingen Chöre aus Verdis «Nabucco», «Traviata» und «Aida», Ausschnitte aus Mascagnis «Cavalleria rusticana», für Patrioten noch etwas aus «Guillaume Tell» von Rossini. Auch die Habanera aus Bizets «Carmen» darf nicht fehlen. Und wenn dann das Finale aus Puccinis «Turandot» erklingt, dürften auch die letzten Augenpaare feucht werden. Standesgemäss spielt die Orchestra Filarmonica Italiana mit dem Coro dell’Opera di Parma. Manfred Obrecht dirigiert, Federica Vitali übernimmt die Sopran-Partien, Davide Piaggio den Tenor-Gegenpart, und Kilian Rosenberg führt mit seiner Moderation durch den Abend.
Andererseits gibt es auch Genre-Grauzonen. Musik, die von Melodien weit entfernter Länder beeinflusst ist und doch beruhigend vertraut wirkt. Das ist der Fall in vielen Soundtracks der Filme des japanischen Trickfilmstudios Ghibli. Vielleicht sind «Mein Nachbar Totoro», «Chihiros Reise ins Zauberland» oder das «Wandelnde Schloss» ein Begriff? Aus all diesen und weiteren Filmen spielt das Limmat Quartet Musik, meist vom japanischen Komponisten Joe Hisiashi. Das Quartett ist auf Filmmusik asiatischer Formate wie Anime aus dem Studio Ghibli und auf Computerspiel-Soundtracks spezialisiert und dadurch am Puls des populären Geschmacks. Am Samstagabend verwandeln sie den Marianischen Saal in eine verträumte japanische Exklave. (dst)
Limmat Quartet: Samstag, 5. April, 19.00, Marianischer Saal, Luzern; «Die schönsten Opern-Melodien»: Samstag, 5. April, 19.30, KKL, Luzern.
Zugängliche und Grenzen sprengende Jazzformationen
Das Festival Viel Jazz Zug präsentiert wieder ein fein austariertes Programm. Jung und älter, alle bereits weitherumgekommen und auf Anerkennung gestossen, sind die vom Verein Viel Jazz Zug präsentierten Acts. Der Groove des Berner Kollektivs Arbre spannt sich dabei über dicht gewebte akustische und elektronische Texturen und tief verzweigte Klangwelten (Do, 20.00).
Das Berner Jazzpoptrio Tie Drei hat mit seiner eigensinnigen Besetzung – Gesang, Violine, Trompete/Flügelhorn, Bass – einen eigenen Stil gefunden. Die musikalischen Stimmen des Trios verdichten sich dabei zu einer Fülle, die an ein ganzes Orchester erinnert (Fr, 19.30). Muralim, NewJazz aus Zürich, liefert Groove-Jazz für Herz und Bauch. Das Quintett kreiert einen progressiven Jazz-Sound, dem man sich schwer entziehen kann (Fr, 21.00).
Jenna Nyman (Bild), eine Amerikanerin in Göteborg, bringt in ihren Kompositionen die skandinavische und die amerikanische Tradition zusammen. Virtuose Scat-Soli und sowohl englische als auch schwedische Texte. Sie kommt im Duo mit Filip Johansson, Gitarre (Sa, 19.30). Das Schweizer Quintett This Is Pan um Saxofonist Matthias Kohler präsentiert einen druckvollen und unverkennbaren Bandsound. Treibende Grooves und virtuose Soli (Sa, 21.00). (reg)
Donnerstag, 3. bis Samstag, 5. April, Burgbachkeller, Zug; www.vieljazz.ch .
Alte Amerika-Romantik mit dem Luzerner Sinfonieorchester
Die Sinfonie «Aus der Neuen Welt» von Antonín Dvořák ist wohl eines der berühmtesten Werke der Romantik. Sie verbindet seinen Hintergrund der böhmischen und mährischen Volksmusik mit neuen Einflüssen aus Schwarzer Musik, die er auf dem Neuen Kontinent vorfand. Freund und früher Förderer von Dvořák war Johannes Brahms. Auch von ihm wird ein Werk gespielt. Das erste Klavierkonzert dokumentiert seine Überwindung von Selbstzweifeln im Angesicht grosser Erwartungen an seine Komponistenkarriere. (dst)
Mittwoch, 9. und Donnerstag, 10. April, 19.30, KKL, Luzern.
Phänomene zwischen Leben und Tod mit Hania Rani
Das KKL in Luzern gehört zu Hania Ranis Lieblingsorten in Europa, zu den prestigeträchtigsten und akustisch aufregendsten. Die polnische Pianistin war schon 2023 mit ihrem Album «Ghosts» in Luzern, das jetzt für ein grosses Ensemble mit Streichern, Holz- und Blechbläsern arrangiert und von Hania Rani auf der Bühne begleitet wird – wie von einem neuen Licht- und Bühnenbild. Die raffinierte Mischung aus Neoklassik, Ambient, Elektro und Minimal, die damals begeisterte, wird also nochmals erweitert. (reg)
Dienstag, 8. April, 19:30, Konzertsaal, KKL, Luzern; es sind nur noch wenige Tickets verfügbar: www.ticketcorner.ch .
Filmabende: Reich, aber ohne Nähe zu anderen Menschen
«Matta und Matto» heisst die lokale Premiere der Kurzfilmnacht Luzern. Der Animationsfilm von Bianca Cadera und Kerstin Zemp entführt das Publikum in eine dystopische Welt, in der jegliche zwischenmenschliche Nähe verboten ist. Gezeigt wird etwa auch Nils Hedingers «Storytelling».
Was macht uns reich? Das Animationsfilmfestival Fantoche nimmt das Thema des Comic-Wettbewerbs Fumetto, «Rich», auf und zeigt Filme, die sich mit Reichtum, Macht und den Schattenseiten von Wohlstand beschäftigen. (reg)
Kurzfilmnacht: Freitag, 4. April, Fantoche am Fumetto: Montag, 7. April, jeweils 20.30, Kino Bourbaki, Luzern.
Chor: Gemeinschaftsprojekt für Geschwisterpaar
Die Faszination mit den Geschwistern Mendelssohn hält an. Nachdem die Festival Strings Lucerne den beiden erst kürzlich ein Konzert widmeten, befasst sich nun der Händel-Chor mit ihren Werken. Der 60-köpfige Chor bringt zusammen mit dem Orchester Santa Maria und Solisten (Kathrin Hottiger, Sopran, Joël Morand, Tenor, und Israel Martins, Bariton) Fanny Hensels Lobgesang «Meine Seele ist Stille» und Felix Mendelssohn-Bartholdys Psalme «Wie der Hirsch schreit» und «Pro Nobis Domine» zur Aufführung. Benjamin Rapp leitet das Grossprojekt. (dst)
Samstag, 5. April, 19.30 und Sonntag, 6. April, 17.00, MaiHof, Luzern.
Gespräch: Stimmen aus Afrika am Luzerner Theater
Herausragende Stimmen vom afrikanischen Kontinent in Luzern: Die Arthur Waser Stiftung lädt – zusammen mit dem Luzerner Theater – zur zweiten Ausgabe der Gesprächsreihe «African Voices Lucerne: African Perspectives on Global Futures» ein. Zu Gast sind die Architektin Lesley Lokko, Vorsitzende des African Futures Institute in Ghana sowie Kuratorin der 18. Internationalen Architekturausstellung in Venedig 2023, und der äthiopische Stadtplaner Zegeye Cherenet, Professor am Ethiopian Institute of Architecture, Building & City Development. (sh)
Montag, 7. April 2025, 18.15, Luzerner Theater; www.luzernertheater.ch .





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