Tipp der Woche

Trump, Putin, Xi Jinping, Musk und die Tate-Brüder: Was ist nur mit den Männern los?

Männliche Vorbilder sucht man in den Schlagzeilen oft vergebens. Es dominieren narzisstische Egomanen. Meikel Mathias hat in der Kulturgeschichte nach den Gründen geforscht.
Kleine Männer, riesiges Ego: Illustration aus dem Comic «Strong Men» von Meikel Mathias.
Bild: avant-verlag

Kleine Männer, die sich aufplustern: Das schlecht tanzende, selbsternannte Alphamännchen Donald Trump mit seinem «Make Amerika Great Again» ist da wohl nur die peinlich anmutende letzte Variante. Vielleicht ist man diesen zwanghaft dominanzfixierten Machos schon überdrüssig. Aber sie sind halt omnipräsent und prägen das gesellschaftliche Bild von Männlichkeit – bis hin zum Frauenverachter Andrew Tate.

Aber wer weiss, dass Julius Cäsar einen Minderwertigkeitskomplex hatte? Dass Rocksänger und Sexsymbol Jim Morrison in den 60er Jahren dasselbe Vorbild wie Julius Cäsar hatte? Beide wollten den Eroberer Alexander den Grossen nachahmen: Cäsar im selben Eroberungswahn, Jim Morrison äusserlich mit dessen Lockenkopf. Und wussten Sie, dass Elon Musk sich als Reinkarnation des Geistes von Alexander des Grossen bezeichnete?

Das Comeback autoritärer Führungsfiguren und wie dieses mit überkompensatorischen Männlichkeitsvorstellungen und rechtsextremen Haltungen verbunden ist, hat Meikel Mathias in seinem neuen Buch zitatreich und herausragend recherchiert. Brillant analysiert er Popkultur, politische Macht, Strategien der Vermarktung und die Manipulation durch Influencer. Das blutige Gerangel vor dem Weissen Haus anlässlich des 250-Jahr-Jubiläums der USA ist da nur der zynische Höhepunkt. «Strong Man» bietet unangenehme Einsichten. Hansruedi Kugler

Meikel Mathias: Strong Men. Avant-Verlag, 158 S.
Bild: avant-verlag

Meikel Mathias: Strong Man. Sachcomic. Avant-Verlag, 158 Seiten.

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