
Sydney Sweeney macht jetzt Werbung für Sportwetten. Doch das checkt längst nicht jeder. Denn während sie im TV‑Spot oben ohne Tennis spielt oder einen Fussball über dem Po balanciert, verpasst das Publikum, was sie da eigentlich verkaufen will.
Dabei sei das Konzept ganz einfach gewesen, wie die Schauspielerin in einem Statement sagt: Mit der Werbung wollte man «sich von der Masse abheben und den Fokus voll und ganz auf den Sport legen». Na, ob das gelungen ist? Vor allem männliche Zuschauer sind jedenfalls hellauf begeistert.
«Das ist so eine grossartige Werbung, dass ich gar nicht aufhören kann, sie mir anzusehen», heisst es in einem Kommentar unter dem Youtube-Video der Werbung. Oder: «Das Marketingteam erhält dieses Jahr einen Bonus.» Und: «Ich habe sie mir schon 25-mal angesehen und weiss immer noch nicht, worum es geht. Ich sollte wohl noch einmal nachsehen.»
«Kann die noch was anderes, als sich ausziehen?»
Eines wird deutlich: Wofür Sweeney Werbung macht, ist völlig Wurst. Kaum ein Zuschauer wird ihretwegen nun die Novig-App für Sportwetten herunterladen. Stattdessen soll der Spot viral gehen, damit darüber geredet wird. Wie dieser Artikel unschwer zeigt, gelingt das tipptopp.
Werbefirmen wissen also genau, warum sie auf die 28-Jährige setzen. «Sydney hat dazu beigetragen, die Botschaft auf eine Weise zu vermitteln, die man einfach nicht ignorieren kann», erklärt Novig.
Trotzdem sorgt Sweeney immer wieder für negative Kommentare, à la: «Kann die noch was anderes als sich ausziehen?» Denn das macht sie in Filmen, Serien und eben Werbungen recht oft. Und ja, es sind vor allem Frauen, die das bemängeln.
Dabei hatte Sweeney zu Beginn viele weibliche Fans, als sie mit «Euphoria» den Durchbruch schaffte. Genau wie ihre hypersexualisierte Serienfigur war die Schauspielerin durchaus vielschichtig: eine attraktive Frau, die Wirtschaft studiert hat, um bei Verträgen «nicht verarscht» zu werden, gerne Autos reparierte und sich weigerte, in sexistische Klischees gepresst zu werden.

Der personifizierte Male Gaze?
«Das grösste Missverständnis über mich ist, dass ich eine dumme Blondine mit grossen Brüsten bin», sagte sie 2023 im Interview mit «Glamour UK». Dennoch schien sich ihr Image zunehmend an ein männliches Publikum anzupassen – das sie genau darauf reduziert.
Das Problem: Ihrer Filmkarriere hilft das nicht. Denn ihr Image überschattet manche Rollen und ihre Fans gehen dafür nicht ins Kino. So geschehen bei «Christy».

Darin spielte Sweeney die Boxerin Christy Martin, lernte Boxen und legte Muskeln zu. Doch der Film floppte und hatte sogar historisch niedrige Einspielergebnisse.
Aber vielleicht folgt sie auch einfach einer anderen Logik: Angebot und Nachfrage. Denn sie hat offensichtlich Erfolg mit ihren Werbekampagnen und verdient so gutes Geld.
Sie nutzt den Markt, statt von ihm ausgenutzt zu werden
Sweeney war selbst an der Entwicklung der «Sport»-Werbung beteiligt. «Ich möchte nicht einfach nur mein Gesicht für etwas hergeben», erzählt sie gegenüber «Complex». Und sie habe auch Ahnung von Sport.

«Ich bin mit einer grossen Liebe zum Sport aufgewachsen», sagt sie. Sie habe als Teenager Fussball und Softball gespielt, sei schon als Kind Ski gefahren und habe später auch MMA betrieben. Heute schaut sie sich gerne Eishockey und Boxen an.
Ob das ihre Fans und Kritiker interessiert? Immerhin finanziell hat Sweeney gut lachen. Denn die Schauspielerin ist Equity-Partnerin bei Novig: Sie verdient nicht nur mit dem Spot, sondern besitzt ein Stück des Unternehmens und ist am Gewinn beteiligt.
Was man von ihrer Freizügigkeit nun hält, muss jeder selbst entscheiden. Klar ist aber: Sydney Sweeney nutzt den Markt, statt von ihm ausgenutzt zu werden.


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