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Urheberrecht

Streit um den Song «Mon Amour» von Hecht ist beigelegt

Die Einnahmen der hochdeutschen Version werden den «Ärzten ohne Grenzen» gespendet. Offen bleibt, ob Hecht auch spendet.
Die Schweizer Popband Hecht hat von der hochdeutschen Version auch profitiert.
Bild: zvg

Millionenfach ist die hochdeutsche Version des Songs «Mon Amour» bis heute gestreamt worden und wurde zum Social-Media-Hit. Das Problem: Die Interpreten, die Influencer Marc Eggers, Aditotoro und Paul Frege, haben die Urheber des Songs, die Schweizer Mundartband Hecht, nicht um Erlaubnis gefragt. Leadsänger Stefan Buck reagierte deutlich. In einem Instagram-Statement kritisierte er den Umgang mit dem Song und machte klar, dass eine Übersetzung rechtlich als Bearbeitung des Originals gilt und deshalb die Zustimmung der Urheber benötige. Er forderte die Influencer auf, ihre Version online zu entfernen.

Der Fall «Mon Amour» zeigt beispielhaft, wie eng heute Musik, Social Media und Influencer-Marketing miteinander verbunden sind. Es wurde auch deutlich, dass Internet-Trends urheberrechtliche Grenzen haben. Er löste eine breite Diskussion aus: Während die einen die Position von Hecht unterstützten, sahen andere in der deutschen Version eine kreative Weiterentwicklung und kostenlose Werbung für den Originalsong.

Doch jetzt konnte eine Lösung für den Konflikt gefunden werden. Die Influencer haben sich für ihr Versäumnis entschuldigt und spenden die Erlöse der Organisation «Ärzte ohne Grenzen». Die übersetzte Version des Songs darf somit weiter genutzt werden und bleibt online. Die Influencer haben den Song für Social-Media-Clips verwendet und sind damit unter anderem auf Mallorca aufgetreten.

Mit «Mon Amour» gelang Hecht im letzten Jahr einer der grössten Erfolge ihrer Karriere. Der Song schaffte es in die Top Ten der Schweizer Charts und entwickelte sich schnell zu einem beliebten Festival- und Mitsing-Song. Zunächst blieb er nur in der deutschsprachigen Schweiz ein Hit. Über TikTok, Instagram-Reels und Konzertmitschnitte verbreitete er sich aber auch ausserhalb der Schweiz. Vor allem in Deutschland gewann «Mon Amour» zunehmend Aufmerksamkeit – obwohl viele Hörer den Mundart-Text nicht vollständig verstanden.

Spendet Hecht die Einnahmen der Version auch?

Die Übersetzung machte den Song für ein breiteres deutsches Publikum leichter zugänglich und verstärkte seine Reichweite enorm. Dank der hochdeuschen Version wurde der Song im gesamten deutschsprachigen Raum zu einem Hit, der millionenfach gestreamt wurde. Die Mundartband Hecht hat von den deutschen Influencern also auch profitiert, zumal die Einnahmen für die Urheberrechte des Songs ohnehin in die Kasse der Mundartband flossen.

Paul Frege, Aditotoro, Marc Eggers haben den Song Mon Amour von Hecht übersetzt, ohne die Erlaubnis einzuholen.
Bild: Universal Music

Offen bleibt die Frage: Was Hecht mit diesen Einnahmen macht. Werden die auch gespendet? Auf unsere Anfrage bei Buck hat sich die Medienverantwortliche gemeldet. Die Band stehe «aktuell nicht für weitere Statements und Aussagen zum Thema zur Verfügung. Sie möchten sich voll und ganz den anstehenden Hallenshows widmen».

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