Stimmen Festival Ettiswil

Dieses Salsakollektiv und diese Flamencosängerin haben ihre eigene Stimme gefunden

Der Samstag des Stimmen Festivals Ettiswil wird zur musikalischen Reise über den Atlantik. Das Festival findet vom 4. bis zum 7. Juni an verschiedenen Orten in Ettiswil statt.

Salsa zieht. Wohl nicht mehr so wie einst, aber immer noch. Nolosé ist deutlich mehr als einfach eine Salsaband. Die Gruppe versteht sich selbst als Kollektiv, das Musik, Tanz, Workshops, Kulturvermittlung und Festivalerlebnis miteinander verbindet – so auch am Stimmen Festival Ettiswil, wo vor dem Konzert am Samstagabend Workshops für Gesang, Perkussion und Salsatanz stattfinden.

Gehört zu den bekanntesten Salsa-Acts des Landes

Das Salsakollektiv Nolosé macht aus Zuhörenden Mitmachende.
Bild: zvg

Nolosé wurde 2004 in der Schweiz gegründet und besteht heute aus Musikerinnen und Musikern aus verschiedenen Ländern Lateinamerikas und Europas, darunter Kuba, Kolumbien, Venezuela, Peru, Bolivien, Frankreich und die Schweiz. Musikalisch wurzelt die Band im Salsa, mischt aber Jazz und afrokaribischen Rhythmen auch Funk, Soul, R’n’B, Hip-Hop und teilweise auch elektronische Elemente bei.

Nolosé sei nicht in Havanna oder in der Bronx gross geworden wie einige der berühmten Salsabands, schreibt das Zürcher Caliente Festival, «sondern vielmehr ist es die Bronx, die zu Nolosé geworden ist». Die Band habe einen Stil gefunden und entwickle die Musik ständig weiter, lobt das grösste Latin-Festival der Schweiz. Seit Jahren gehört das Kollektiv zu den bekanntesten Salsa-Acts des Landes und ist regelmässig auf grossen Festivals präsent, wo die Livequalitäten im Vordergrund stehen. Man ist gespannt, ob Nolosé die Büelacherhalle in eine Tanzfläche zu verwandeln vermag.

Bei ihr ist die Stimme das eigentliche Instrument

Anna Colom gehört zu den markantesten jungen Stimmen des zeitgenössischen Flamenco.
Bild: zvg

Anna Colom, der erste Act am Samstagabend, kommt aus dem Flamenco. Die vielseitige und ausdrucksstarke Sängerin aus Barcelona ist ausgebildete «cantaora» (Flamencosängerin), Komponistin und Arrangeurin und bewegt sich zwischen traditionellem Flamenco und zeitgenössischer Weltmusik. Wie Nolosé erzählt auch sie von den transatlantischen Wurzeln iberischer und lateinamerikanischer Musik: Coloms aktuelles Projekt «Cayana» beschäftigt sich explizit mit den musikalischen Traditionen, die den Flamenco geprägt haben. Sie verfolgt Verbindungen von Andalusien nach Lateinamerika und zurück – von brasilianischem Samba über uruguayischen Candombe bis zum mexikanischen Fandango.

Salsa entstand ebenfalls aus einem Geflecht von Kulturen – afrokaribischen Rhythmen, spanischen Einflüssen und später Jazz. Während Nolosé diese Tradition auf der Tanzfläche feiert, erforscht Colom dieselben kulturellen Verbindungen eher über die Stimme und die Geschichte des Flamenco. (reg)

Donnerstag bis Sonntag, 4. bis 7. Juni; www.stimmen-festival.ch. Eine Übersicht über das gesamte Programm haben wir am 27. März gebracht. Über das Eröffnungskonzert von Emma Nissen lesen Sie am Samstag.

Mehr zum Thema:

Kommentare (0)