Trauer und Tribut

«Er trug sein Herz auf der Zunge»: So emotional verabschieden Stars Sir Patrick Stewart

Ob als Jean-Luc Picard oder als Professor X – Sir Patrick begeisterte Millionen von Menschen über Jahrzehnte hinweg. Nun zeigen Fans und Kollegen ihre Trauer um die Hollywood-Legende und zollen ihm Tribut.

Am Abend des 29. Oktobers ist Sir Patrick Stewart im Alter von 86 Jahren im kalifornischen Los Angeles gestorben. Der Brite litt laut seiner Sprecherin an einer Alzheimer-Erkrankung, sowie an einer seltenen Demenzform. Er starb im Kreis seiner engsten Vertrauten. Nun nehmen auch Fans wie Freunde von ihm Abschied.

Schauspieler William Shatner, Captain der Enterprise-Originalserie, schrieb über ihn: «Sir Patrick Stewart war ein Freund, ein Kollege und ein grossartiger Schauspieler. Von der Bühne bis zur Brücke der Enterprise brachte er Intelligenz, Anmut und ein tiefes Gefühl von Menschlichkeit in alles ein, was er tat. Captain Picard stand für das Beste in uns, und das galt auch für den Mann, der ihn spielte».

Stewarts engster Freund Sir Ian McKellen schrieb auf Instagram: «Er trug sein Herz auf der Zunge, was ihn zu einem Mann machte, auf den man sich verlassen konnte, den man bewundern konnte und – in meinem Fall – lieben konnte.» McKellen verband eine jahrzehntelange Freundschaft mit Stewart, sie kannten sich von ihren Anfängen auf der Theaterbühne. McKellen war ausserdem Stewarts Trauzeuge.

George Takei, der ebenfalls in der ersten Star-Trek-Serie mitspielte, schrieb: «Fans auf der ganzen Welt trauern um das Ableben einer echten und unersetzlichen Legende.» Seth MacFarlane, Erschaffer von Serien wie «American Dad» und «Family Guy», schrieb: «Die ganze Welt wird ihn zutiefst vermissen.» Er bezeichnete Stewart zudem als «so bodenständig, wie es nur geht».

«Wir haben heute einen der Grossen von Bühne und Leinwand verloren. Ich habe so viel von ihm gelernt. Ich werde dich, Patrick Stewart, für den Rest meiner Tage vermissen», schrieb Hugh Jackman, Co-Star in «X-Men» auf Instagram.

«Sex and the City»-Star Kim Cattrall, die 1991 in «Star Trek VI: Das unentdeckte Land» mitspielte, sprach von einem «riesigen Verlust» für alle. Auch der britische Verteidigungsminister Wes Streeting würdigte Stewart: «Von Shakespeare bis Star Trek drang er kühn dorthin vor, wo noch kaum ein Mensch zuvor gewesen war, und nahm Millionen von uns mit sich. Er hat nie seine Wurzeln vergessen und schreckte nie davor zurück, seine Stimme zu erheben, um für andere einzustehen – insbesondere für jene, die von häuslicher Gewalt betroffen sind.»

Auch Marvel Studios, mit denen Stewart lange zusammengearbeitet hatte, zollten Tribut: «Sir Patrick hat Professor Charles Xavier mit aussergewöhnlicher Anmut, Intelligenz und Menschlichkeit zum Leben erweckt und die Figur für Generationen von Fans geprägt – von ‹X-Men› über ‹Logan› bis hin zu ‹Avengers: Doomsday›. Er war ein einzigartiges Talent, ein grosszügiger Kollege und ein wahrer Gentleman.»

Von «Star Trek» bis «X-Men»

Die TV-Serie «Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert» («Star Trek: The Next Generation») hatte den Darsteller, dessen Karriere im Theater begonnen hatte, Mitte der 80er Jahre weltberühmt gemacht. Millionen Fans begeisterte der Brite zudem in der jüngeren Vergangenheit unter anderem durch seine Rolle in den Comic-Verfilmungen der «X-Men»-Reihe, in denen er Professor Charles Xavier spielte.

Als Jean-Luc Picard hatte Stewart 2020 mit Ende 70 noch einmal ein Comeback gefeiert. In der TV-Serie «Star Trek: Picard» war der Brite ein weiteres Mal der aufrichtige, zuverlässige und manchmal etwas steife französische Kultkapitän. Bis 2002 hatte er diese Rolle in der ursprünglichen Serie mit dem feinen englischen Akzent 15 Jahre lang in sieben TV-Staffeln und vier Kinofilmen gespielt.

Privat lebte Sir Patrick in dritter Ehe mit der 38 Jahre jüngeren Musikerin Sunny Ozell zusammen, die bis zuletzt an seiner Seite war. Aus früherer Ehe hatte er zudem einen Sohn Daniel und eine Tochter Sophia. Noch vor der Leinwand- und TV-Karriere war es das Theater, was ihn begeisterte – und auch ein Leben lang begleitete. Von 1966 bis 1982 war er Mitglied der Royal Shakespeare Company. 2010 wurde er von Queen Elizabeth II. zum Ritter geschlagen.

Stewarts Plakette auf dem berühmten «Walk of Fame» in Hollywood sollte nach Angaben der Verleiher mit Blumen geschmückt werden. «Zu Ehren eines bemerkenswerten Talents, dessen Vermächtnis Millionen berührt hat. Es war uns eine Ehre, einem aussergewöhnlichen Künstler Tribut zu zollen, der unvergessen bleiben wird», hiess es in einer Mitteilung. Stewart hatte die Sternenplakette auf dem Hollywood Boulevard im Dezember 1996 erhalten. (dpa/dub)

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