Fernsehen

Patti Basler bekommt eigene SRF-Show: «Es gibt die Rute und Kopfnüsse»

Die Comedienne will im Format «Pattis Fight Club» ihre Gegner zum rhetorischen Schlagabtausch herausfordern. Ausgestrahlt wird das Format erstmals am Samichlaustag.

Zuschlagen konnte sie schon immer. Jetzt hat sie beim SRF den Zuschlag für eine eigene Sendung bekommen: In «Pattis Fight Club» soll die Satirikerin Patti Basler, 50, jeweils sonntags Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft in den verbalen Boxring bitten. Die ersten vier Folgen werden in der Sendepause von «Late Night Switzerland» ausgestrahlt, die erste am 6. Dezember. Basler: «Zum Samichlaustag wird es zwar Schokolade und Mandarinen geben, aber auch die Rute und Kopfnüsse.» Wer mit Basler in den Ring steigen wird, verrät SRF noch nicht.

Die Wahl der Gastgeberin ist eine Kampfansage. Neben Hazel Brugger, 32, und Fabienne Hadorn, 51, gehört die Satirikerin zu den schlagfertigsten Frauen der Schweizer Humorszene. Von den dreien dürfte sie zudem die politisch versierteste sein.

Seit Jahren verdichtet Basler die Debatten der SRF-«Arena» während der laufenden Sendung zu gereimten Instant-Protokollen. Wer so schnell zuhören, politische Argumente sortieren und daraus Pointen bauen kann, bringt für ein Format, in dem Gäste «in die Defensive» geraten sollen, gute Voraussetzungen mit. Aber gibt es überhaupt Gäste, die freiwillig gegen Patti Basler antreten wollen?

«Bin kein zweiter Roger Schawinksi «

Sie werde keinesfalls ein zweiter Urs Gredig oder Roger Schawinski sein, beruhigt Basler auf Anfrage ihre Gegner. Der Schlagabtauch soll Spass machen. «Viele haben bei Stefan Büsser ja schon geübt. Im besten Fall profitieren beide voneinander, sodass die Gäste nach der Polit-Karriere endlich ins Satirefach wechseln können. Und ich trete bei den nächsten Bundesratswahlen an.»

Stattfinden soll das Format in einem fiktiven Keller des Bundeshauses. Im Gegensatz zu «Late Night Switzerland» wird die Sendung im Voraus aufgezeichnet und behandelt keine tagesaktuellen Themen.

Komplettiert wird die Satirikerin vor der Kamera durch Sidekick Dominique Müller, der für Basler die Leichen aus dem Bundeskeller holen und Informationen beschaffen soll. Der Schauspieler gehörte neben Baslers Bühnenpartner Philippe Kuhn lange zum Ensemble des satirischen Sorgentelefons «Die dargebotene Faust» auf Radio SRF 1, das 2025 eingestellt wurde. Für Basler ist der «Fight Club» so etwas wie die fernsehtaugliche Fortsetzung. «Ich habe ein paar Schönheits-OPs und ein intensives Training absolvieren müssen, damit ich am Bildschirm bestehen kann», so Basler.

Patti Baslers Ambitionen auf eine eigene Sendung sind seit Jahren bekannt. Ende 2020 bat sie fürs SRF in einer Pilot-Sendung Alt Bundesrätin Viola Amherd zum satirischen Jahresgespräch. Das während der Pandemie entstandene Projekt blieb jedoch ohne Fortsetzung. Sechs Jahre später versucht SRF es mit der Satirikerin nochmals – diesmal mit deutlich mehr Kampfgeist.

Somit löst man beim Schweizer Fernsehen nach drei Jahren das Versprechen ein, das die Comedy-Frauen 2023 mit einem offenen Brief an die Comedy-Abteilung gefordert hatten: ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis in den Satire- und Comedyformaten. Basler war eine der Wortführerinnen des Protestes gewesen. Heute zeigt sich, dass sich dieser Boxkampf mit der Chefetage gelohnt hat: Mit der in einer zweiten Staffel fortgeführten Frauen-Comedy-Format «Fun Fatale» und Patti Basler gewinnen die Frauen im Fernsehen deutlich mehr Sichtbarkeit.

6., 13., 20. und 27. 12. jeweils um 21.45 Uhr auf SRF 1. Die erste Folge wird am 3.12. am Arosa Humorfestival gezeigt.

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