Staatsbegräbnis

Emotionaler Abschied von König Harald: Royals und Viola Amherd kamen – nur einer fehlte

Mit einem Staatsbegräbnis nimmt Norwegen Abschied von König Harald V. Zahlreiche europäische Staatsgäste sind zur Trauerfeier nach Oslo gereist, um dem 89-jährigen Monarchen die letzte Ehre zu erweisen.

Der Sarg war im Osloer Dom aufgebahrt. Tausend ausgesuchte Gäste auf den Bänken und draussen ein ganzes Land wurden still. In einer Schweigeminute gedachten sie dem vor zwölf Tagen im Alter von 89 Jahren verstorbenen König Harald V. Danach drückte der Präsident des norwegischen Parlaments, Masud Gharahkhani, seine Dankbarkeit aus über einen Mann, den Norwegen als «Grossvater» und «Volkskönig» liebte: «Harald sah die Menschen – nicht nur jene in wichtigen Positionen, sondern alle; gerade auch die, die es am allernötigsten hatten.»

Am Mittwoch säumten zehntausende Menschen die Route, als der König sein Schloss zum letzten Mal verliess und sein Sarg zuerst zum Dom und später zur Grabstätte gefahren wurde. In der minutiös geplanten Prozession folgten ihm zuerst die Königsfamilie mit seinem Nachfolger Haakon VIII. Dahinter die royalen Gäste, aus Europa, Jordanien und Japan, angeführt vom 80-jährigen schwedischen König Carl XVI Gustaf, alle zu Fuss.

Auch die Staatschefs ausgewählter Länder, etwa der nordischen, sowie der deutsche Bundespräsident Steinmeier und der ukrainische Präsident Selenski waren dabei, während Vertreter der restlichen Welt, darunter aus der Schweiz Alt-Bundesrätin Viola Amherd, im Dom dazu stiessen. Ebenfalls dort war Marius Høiby, der in erster Instanz wegen Vergewaltigung verurteilte Stiefsohn Haakons. Der 29-Jährige, der eine elektronische Fussfessel trägt, war aber nicht prominent platziert.

Einer fehlte – zur Erleichterung vieler in Norwegen, weil er zu sehr im Fokus gestanden wäre: US-Präsident Donald Trump weilt am Parteitag der Republikaner in Texas.

Das Sicherheitsaufgebot sprengt Rekorde

Auch ohne ihn erlebte Oslo aber ein Sicherheitsaufgebot wie nie zuvor. 6500 Soldaten und Polizeikräfte waren in der Stadt, darunter auch Bombenspürhunde aus Schweden. Oslo war herausgeputzt und abgeriegelt, Blumenkästen dienten der Terrorabwehr und in der Innenstadt gab es strenge Kontrollen, keine Autos, keine Velos, keine Busse. Schirme waren verboten und natürlich auch die zur Nationaltracht gehörenden Dolche.

Nach dem Trauergottesdienst zog die Prozession mit dem Sarg zum königlichen Mausoleum in der 700 Jahre alten Festung Akershus; ein Ort direkt am Oslofjord – passend für den passionierten Segler, der Weltmeister und dreimaliger Olympiateilnehmer war.

Der König findet dort seine letzte Ruhe in einem Sarkophag. 2024 bedankte er sich in einer Rede für die millionenschwere Anschaffung des Staates. «Ich hoffe, er wird gut gepolstert», sagte Harald, worauf die steife Abendgesellschaft in Gelächter ausbrach. Denn er werde ja «eine Weile darin liegen». Es war typisch für den Monarchen, der seinem Land als humorvoll, bescheiden und nahbar in Erinnerung bleibt.

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