Die Freundin fürs Leben
Achtzig Jahre und immer noch bedächtig unterwegs: Das ist Agathe, die Griechische Landschildkröte, die Antje Damms Papa als Schulbub seiner (gar nicht begeisterten) Mama zum Muttertag geschenkt hat. In dritter Generation gehört sie inzwischen zur Familie; für die 1965 geborene Autorin und Illustratorin ist Agathe eine treue Weggefährtin. Höchste Zeit, ihr ein Buch zu widmen: Warmherzig erzählt es vom Kindsein im vorigen Jahrhundert, von der engen Bindung zu einem Tier, das gern für sich und nicht das schnellste ist – ergänzt durch Fotos, Zeichnungen, Collagen, Comicseiten. Es vereint Sachbuchelemente mit einer sehr persönlichen Geschichte: ein wundervolles Tierporträt.
Antje Damm: Agathe. Papas Schildkröte und ich. Ab 6. Moritz Verlag, 72 Seiten.
Helden der Wohngruppe
Der elfjährige Till hat nicht gerade das grosse Los gezogen: Sein Papa liegt nach einer Drogenvergiftung im Koma, Till kommt «in Obhut». Wolfshund Flocke wird derweil im Tierheim einquartiert – und an eine fremde Familie verkauft. Kaum hat sich Till ein wenig in der Wohngruppe namens Villa Lotta eingelebt, schmiedet er mit seinem Zimmerkameraden Pawel einen genialen Flocke-Entführungsplan. Der aber leider völlig aus dem Ruder läuft... Christian Linker schickt die beiden Buben auf Abenteuerreise über Amsterdam an die Nordsee, wo es zum grossen Showdown kommt. Bevor nicht alles glücklich endet, muss das Abendessen leider warten.
Christian Linker: Fische sind scheisse. Ab 10. dtv, 245 Seiten.
Bloss ein Trostpreis?
Für Tomma beginnen die Ferien ziemlich frustrierend: Keine Aussicht auf Meerblick und Chillen am Strand, stattdessen winkt als Trostpreis betreutes Programm im Jugendzentrum. Langweilig! Aber Autor Jonny Bauer meint es gut mit allen, die das Buch mit in die Badi nehmen – und mit seiner Hauptfigur, von der das Geschlecht bis zum Ende offenbleibt. Weil es zum Glücklichsein und Spasshaben keine Rolle spielt.
Jonny Bauer: Ameisensommer. Ab 12. Thienemann Verlag, 176 Seiten.
Am Rand des Universums
Für den Philosophieroman «Sophies Welt» von Jostein Gaarder mag Kristoffer noch zu klein sein. Doch abends im Bett weitet sich für den Achtjährigen das Universum und grosse Fragen tun sich auf: Wo hört das Weltall auf? Was kommt dahinter? Auch Kristoffers Papa, der viel liest, hat darauf keine klaren Antworten. Gut so! Literatur-Nobelpreisträger Jon Fosse lädt mit diesem stimmungsvoll illustrierten Buch zum Staunen und Philsophieren ein. Am besten gemeinsam, an langen Abenden unter dem Sternenzelt.
Jon Fosse: Kant oder Was ist hinter dem Weltraum? Ab 6. Rotfuchs, 36 Seiten.








Kommentare
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien, die Kommentare werden von uns moderiert.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben.