Am zweiten «Rock Meets Country»-Festival, diesmal in Hochdorf, treten am Freitag unter der Affiche «Legends of Rock» Nazareth und die englische Glam-Rock-Gruppe Slade um den Gitarristen und Gründungsmitglied Dave Hill als Headliner auf. Und, man möchte sie auch noch erwähnen, die im Aargau aufgewachsene Wahlluzernerin Seraina Telli, die eben das Livealbum «Green» herausgebracht hat.
Die schottische Band Nazareth («Love Hurts», Sie wissen schon) war als Teil der ersten Hard-Rock-Generation massgeblich an der Prägung und dem kommerziellen Durchbruch des Genres in den frühen 1970er-Jahren beteiligt. Von der Originalbesetzung ist – wie bei Slade, die zu Beginn von Nazareths Karriere schon sehr erfolgreich war – nur noch ein einziges Gründungsmitglied übrig. Allerdings ist er – anders als bei Slade – der Einzige, der noch lebt: Bassist und Backgroundsänger Pete Agnew, 80. Für eingefleischte Fans mag das keine Rolle spielen. Gitarrist Jimmy Murrison stiess 1994 zur Band, und Agnews Sohn Lee sitzt seit 1999 am Schlagzeug – also auch schon ein Weilchen. Der Sänger hingegen stammt aus der Schweiz und ist ganz neu.
Ein erheblicher Karrieresprung
Der in der Hard-Rock-Szene bestens etablierte Reinacher Gianni Pontillo, Jahrgang 1978, wurde um den Jahreswechsel als Sänger verpflichtet. Und ist nun zum ersten Mal in seinem Leben hauptberuflich Rockstar. Im Interview mit der «Basler Zeitung» erzählt der Familienvater von seinem neuen Leben, vom Umzug nach Costa Rica, vom schönen, aber auch harten Touren um die Welt und von den besonders emotionalen brasilianischen Fans: «Wenn in Brasilien 20’000 Leute von Anfang bis Ende die Songs mitsingen, das ist heftig, da kommen mir die Tränen. Dream On, Love Hurts und Hair of the Dog – sie kennen die ganzen Lieder und singen sie alle mit.» Er äussert sich zu Dan McCafferty, der eine derart «unverkennbare, eine grossartige Stimme» gehabt habe. «Der Einzige, der das noch singen könnte in der Schweiz, wäre vielleicht Marc Storace», meint er.
Weiter geht es mit Rock’n’Roll und Country
Am Samstag gibt es einen «Shake It Up»-Rock’n’Roll-Abend mit der schwedischen Rockabilly-Band The Black Knights und Reverend Peyton’s Big Damn Band als Headliner. Das Trio aus Indiana kombiniert rauen Country- und Delta-Blues mit Punk-Energie, Slide-Gitarre und stampfendem Roots-Sound. An der «Nashville Night» am Sonntag wird die Countrymusik gefeiert, mit Jeremy McComb aus Idaho als Headliner. Der gestandene Nashville-Songwriter und Tourmusiker verbindet traditionellen Country mit kernigem Americana-, Folk- und Rock-Sound. (reg)
Freitag, 25. bis Sonntag, 27. September, Braui, Hochdorf; weitere Infos und Tickets: www.rockmeetscountry.ch.




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