
«Alright, alright, alright»: So lauten die Worte, für die Matthew McConaughey bekannt ist. Doch in der US-Politik sei aktuell nichts «in Ordnung». In einem Instagram-Video kritisierte der Schauspieler, dass es nur zwei Platzhirsche gäbe: Demokraten und Republikaner.
«Seit Jahren wird uns eingeredet, dass eine Stimme für einen Unabhängigen eine verschenkte Stimme sei», sagte er. «Nun, eine wichtige Frage für unsere heutige Zeit lautet: Hat sich diese ‹nicht verschenkte› Stimme für euch eigentlich ausgezahlt?»
«Lächerlich und enttäuschend»
Kurz bevor es am 3. November bei den Zwischenwahlen um die Macht im US-Kongress geht, macht sich der 56-jährige Star für unabhängige Abgeordnete stark. Gleichzeitig betont er: «Ich bin heute nicht hier, um einen Kandidaten oder eine Partei zu unterstützen», sagte er. «Ich bin hier, um für zwei Dinge einzutreten: Fairness und Realität.»
Doch immer mehr Amerikaner bezeichnen sich als politisch unabhängig, sagt er. Diese Menschen – und Politiker – sollten Gehör finden. «Hier ist die Rechnung, von der die Parteien hoffen, dass ihr sie niemals anstellt», meinte er und erklärt, dass schon ein paar unabhängige Abgeordnete in einem knapp gespaltenen Kongress entscheidend sein könnten.
«Ohne sie geht gar nichts», sagte er. «Jeder Gesetzentwurf muss über die politische Mitte laufen – was bedeutet, dass beide Parteien sich letztlich um die Mitte bemühen müssten.» Und zum Schluss meinte er, Amerikas Markenzeichen seien nie Republikaner oder Demokraten gewesen: «Es ist die Unabhängigkeit. Geniesst eure eigene. Lebt einfach weiter.»
Das klingt zwar sehr harmonisch, sorgt aber bei vielen für rauchende Köpfe. «Das ist jetzt verdammt noch mal nicht der richtige Zeitpunkt, um so etwas rauszuhauen», schreibt jemand in einem Kommentar. Ein anderer meint, es sei «absolut lächerlich, ausgerechnet jetzt so einen Mist abzuziehen. Ich bin so enttäuscht.»
Denn, wie ein weiterer Instagram-User schreibt, sei «diese Wahl viel zu wichtig, als dass man nicht für die Demokraten stimmen könnte. Es ist ein Moment, in dem alle an einem Strang ziehen müssen – das Land steht buchstäblich in Flammen.»
Manche werfen McConaughey vor, den Bezug zu normalen Menschen verloren zu haben: «Ich verstehe schon, dass du dich in einer Einkommensklasse befindest, in der staatliche Entscheidungen dich nicht so sehr treffen wie die Mehrheit der Bevölkerung – aber das ist jetzt wirklich nicht der richtige Moment, mein Lieber.»
«McConaughey for president»?
Einige glauben sogar, dass der Texaner bewusst die Wahlen «manipulieren» will, weil er heimlich ein Fan von Donald Trump sei: «Matt will sich nicht offen als MAGA-Anhänger outen, also versucht er es über die Hintertür.»
Das ist vermutlich etwas gar extrem. Doch der Schauspieler gehört nicht zum Kreis liberaler Hollywoodstars. Stattdessen positioniert er sich in der Mitte und warnte seine Promi-Kollegen bereits 2020, Trump-Wähler nicht abzustempeln: «Das ist genau die Arroganz, die man uns als Hollywood-Elite immer vorwirft – und wie ich diesmal finde: zurecht.»

Unter der lauten Kritik finden sich bei seinem Instagram-Video aber auch Unterstützer. «Das Problem ist, dass du einfach zu vernünftige Dinge sagst», schreibt jemand und ein anderer verkündet gleich: «McConaughey for president!»
Dafür gibt es sogar Unterstützung aus der Politik. Der ehemalige unabhängige Senator Joe Manchin meint gegenüber «NewsNation», der Schauspieler könne eine politische Zukunft «absolut auf höchstem Niveau» haben: «Er hat das nötige Potenzial. Er ist klug, charismatisch und besitzt die Fähigkeit, zu kommunizieren. Er verfügt über alle Eigenschaften und Voraussetzungen, die es braucht, um dieses Land zusammenzubringen.» Falls der Schauspieler tatsächlich in die Politik wolle, «stehe ich zu 1000 Prozent hinter ihm.»
Tatsächlich haben schon einige Promis auf die politische Bühne gewechselt. Ex-Präsident Ronald Reagan, Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger und auch «Sex and the City»-Star Cynthia Nixon kandidierte 2018 als Gouverneurin von New York.
Auch McConaughey liebäugelte 2021 mit einer Kandidatur als Gouverneur, machte dann aber einen Rückzieher. «Das ist ein Pfad, den ich vorerst nicht wählen werde», sagte er in einem Tweet. Denn Politiker «können uns helfen, anzukommen, wo wir hinmüssen. Aber klar ist auch: Sie können nichts für uns tun, wenn wir uns nicht selbst beteiligen.»


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