Durch ihre Auftritte von traditionellen Stubete bis zu Klassikkonzerten ist Lisa Stoll die bekannteste Alphornistin der Schweiz. Dass die Swiss Lady des Alphorns jetzt ein Solokonzert in Malters uraufführt, ist kein Zufall. Der Orchesterverein Malters tritt unter der Leitung von Pius Haefliger immer wieder mit Sonderprojekten hervor und erteilte seinem Konzertmeister, dem Luzerner Geiger Alain Valmond (53), den Auftrag für ein Alphornkonzert mit Stoll als Solistin. Aufgeführt wird es am Sonntag mit der Jodlermesse von Willi Vallotti.
Valmond wirkte lange Jahre als Geiger im Luzerner Sinfonieorchester mit – wie einst auch sein Vater (ebenfalls als Geiger) und Grossvater (am Fagott). Aber er begann schon als Jugendlicher, eigene Musik zu schreiben. 2009 komponierte er unter anderem die Musik für 150 Mitwirkende für das 50-Jahr-Jubiläum der Musikschule Kriens, auch für den Orchesterverein Malters komponierte er schon in früheren Jahren.
Archaische Weite mit vielen Einflüssen
Seine Musik, auch die des Alphornkonzerts, will nicht Avantgarde sein. Sie verbindet undogmatisch verschiedene Einflüsse von Jazz und Minimal bis hin zu einer impressionistischen Harmonik und moderneren Klängen. Wie bringt man all das mit dem Alphorn zusammen, das eng mit Klischees von Natur und Bergen verbunden ist?
Den archaischen Charakter des Instruments bringt auch Valmond zur Geltung. «Es gibt weite Klänge und sphärische Passagen», sagt er. Das Alphorn-Fa, das von der temperierten Stimmung abweicht, spiele «eine grosse Rolle und führt zu melodischen Reibungen. Das Orchester verstärkt solche Wirkungen auch mal mit Clustern und Moll-Stimmungen.» Auf einen sphärischen ersten Satz folgen ein rhythmisch akzentuierter zweiter und ein tänzerischer dritter. Wichtig war für Valmond, dabei das Alphorn stark ins Orchester zu integrieren. Um die Möglichkeiten des Instruments besser kennen zu lernen, ging er – am Klavier – die Partitur dieser «Sinfonie mit obligatem Alphorn» mit der Solistin mehrmals durch. Und freute sich, dass sie bei ihr, die «sehr virtuos» spielt, bestens ankam.
Sonntag, 6. November, 17.00 Uhr, Kirche St.Martin, Malters; www.ovmalters.ch


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