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Kirchenmusik

Vom Kirchenaustritt zum Kinoeintritt: Wie Luzerner Kirchen Kultur statt Krise betonen

Statt in der Krise lebt die Luzerner Kirche mit Kultur. So öffnen sich Räume mit oder ohne Theologie. Für alle, die interessiert sind.

Kirche bedeutet heute oft Krise. Seit der Austrittswelle 2023 nahmen die Austritte zuletzt zwar wieder ab. Doch versucht man weiterhin, ein neues Selbstverständnis zu finden und die Menschen in ihrer Lebensrealität abzuholen. So mahnte Papst Leo XIV. kürzlich zu ökologisch nachhaltigem Lebensstil – für die Schöpfung.

Kino in der Kirche? Dass es im Gemäuer nicht nur die Messe gibt, zeigt Stéphane Mottoul mit seinem Orgelkino in der Hofkirche.
Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 12. 6. 2025)

Ein niederschwelliger Zugang bietet sich für die Leute auch immer wieder dank Kultur. Wie vielfältig dies gelingen kann, zeigen verschiedene Konzerte bis Ostern – nicht alle mit religiösem Hintergrund.

Musik in der Kirche mit mehr oder weniger Theologie

So beim Orgelkino in der Hofkirche. Nach dem erfolgreichen Start des Formats letztes Jahr stehen 2026 wieder drei Filme auf dem Programm. Stéphane Mottoul improvisiert zum Auftakt live zu Buster Keatons Stummfilmklassiker «The General», in dem ein Lokführer Lok und Liebste zurückerobert.

Zwar in der Pfarrei verankert ist der Maihof Chor (ehemals Singkreis Maihof), er bestreitet die Gottesdienste der Kirche. Doch für das aktuelle Projekt positioniert man sich wieder als Konzertchor, nämlich mit der Uraufführung einer Kantate von Chorleiter Lorenz Ganz. Für «Die Ewigkeit ins Herz gelegt» konnte der Chor zahlreiche Gastsängerinnen gewinnen und bringt es nun auf 70 Stimmen.

Freddie James (Franziskanerkirche) und Suzanne Z'Graggen (Jesuitenkirche) präsidieren neu den Verein der Luzerner Orgelfreunde. Ein Zeichen für Kooperation und Freundschaft zwischen diesen zwei Hotspots der Kirchenmusik. Man spreche sich zwar inhaltlich nicht ab, meint James, nur terminlich. Trotzdem ergänzen sich die Programmpunkte gut.

In der Jesuitenkirche starten die Luzerner Kirchenmusiktage mit einem Grossaufgebot: Vokalensemble, Orchester und Solisten bringen als Meditation zum Palmsonntag am Samstagabend Musik des venezianischen Barockmeisters Antonio Caldara zum Klingen. Das Programm der Kirchenmusiktage ist reichhaltig: musikalische Mediationen mit Saxofon, Johannespassion von Komponist Antonio Scandello, ein Auftritt der Luzerner Kantorei und diverse Instrumentalsolisten in den Gottesdiensten. Es gipfelt am Ostersonntag unter anderem mit Mozarts Krönungsmesse, erneut mit Chor, Vokalensemble und Orchester.

Bei den Franziskaner Abendmusiken stellt Freddie James mit der Capella Francescana unter dem Titel «Meister und Schüler» Bach und Buxtehude gegenüber. Und die Matthäuskantorei singt mit eigenem Barockensemble Bachs Kantate «Himmelskönig, sei willkommen». Zumindest in der Musik ist die Krise weit entfernt.

Maihof Chor: Freitag, 27. und Samstag, 28. März, 19.30, Maihof, Luzern; Orgelkino: Samstag, 28. März, 20.30, Hofkirche, Luzern; Luzerner Kirchenmusiktage: ab Samstag, 28. März, Jesuitenkirche, Luzern; Abendmusiken: Sonntag, 29. März, 17.00, Franziskanerkirche, Luzern; Matthäuskantorei: Sonntag, 29. März, 10.00, Matthäuskirche, Luzern.

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