Wer sich selbst beschenken will, hat die Gelegenheit. Wer der Freundin Gänsehaut gönnt, dem Freund ein Kribbeln auf der Haut, die Möglichkeit ist da: In einer einzigen Ausstellung zeigt das Kunsthaus Zürich aus der Sammlung seine Ikonen, ein raumgreifendes Best-of mit Überwältigungs-Ambitionen. Das Ergebnis ist ein Sinnenrausch auf achthundert Quadratmetern.
Konfrontation der Giganten
Und alle, wirklich alle haben ihren Auftritt. Claude Monets «Seerosen», Andy Warhols Dose mit Rindsbrühe genauso wie das irritierende Selbstporträt von Cindy Sherman als weisssagende Seherin. Wen und was immer man aus der Sammlung des Kunsthaus’ lange nicht mehr sehen konnte, hier wird man es finden.
Der Fokus liegt auf Werken, die das Museum in besonderer Weise prägen. Sie werden aus ihrem bekannten Kontext gelöst und mit zeitlich und inhaltlich neuen Nachbarschaften konfrontiert. Die Landschaften von Monet führen einen Dialog mit Werken von Hodler; Gaugin und Bonnard debattieren über die Darstellung von Natur und Stimmung; Jean Tinguelys Maschinenskulptur steht Gemälden von H. R. Giger gegenüber – und Pablo Picasso überwältigende Monumental-Nackte muss sich der Zierlichkeit des abstrakten «Kanapee» von Heidi Bucher stellen.
Auch den Zugang zu diesen «Ikonen» ermöglicht die Ausstellung auf neue Weise. Bekannte und weniger bekannte Kunst-Liebhaber erzählen auf Texten, weshalb ihnen ein ganz besonderes Werk ganz besonders am Herz liegt. Kunst-Erfahren kann man lernen.
Kunsthaus Zürich, bis 10.1.2027

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