Kolumne «Familiensache»

Diese fünf Buchstaben lassen mich aufhorchen

Schulen benutzen eine App, um mit Eltern zu kommunizieren. Das ist praktisch. Und sorgt dennoch für Nervosität.

Eltern mit schulpflichtigen Kindern kennen diese App. Sie hat ein blau-weisses Logo. Man muss sich etwas Modernes vorstellen, in kräftigem Himmelblau, mit einer weissen Linie und einem Punkt. Ich erkenne darin einen abstrakten, freundlichen Elefanten. Darunter stehen fünf Buchstaben: K, L, A, P, P.

Es ist weitverbreitet, dass Schulen mit Erziehungsberechtigten via Klapp kommunizieren. Lehrpersonen melden auf diesem Weg, was in der Schule auf dem Programm steht. Im Posteingang sehe ich, wann die Schulreise stattfindet, wie der Menüplan im Hort aussieht, wann der Elternabend ansteht – oder ob es im Kindergarten Läuse gibt.

In die andere Richtung funktioniert es ebenfalls hervorragend. Wenn eines meiner Kinder krank ausfällt, töggele ich eine Absenz ein. Klapp wirbt mit folgendem Spruch: «Alles andere ist Kommunikation von gestern.» Heisst im Umkehrschluss: Klapp ist die Kommunikation von heute. Aber mich dünkt, die Kinder von heute hätten ähnliche Ideen wie die Kinder von gestern.

Manchmal ploppt Klapp auf, wenn meine Kinder zweifellos den Holzweg beschreiten. Es ist nicht so, dass dies andauernd passieren würde. Doch es gibt Klapp-Geschichten, bei denen ich tatsächlich nicht nachvollziehen kann, was im Kinderhirn vorging. Einmal war von verstopften WCs zu lesen. Offenbar hat jemand mit einem Komplizen WC-Rollen in die Toiletten gestopft. Der Komplize stammte zwar nicht aus meinem Haushalt, der Jemand hingegen schon.

Ich würde jetzt mal behaupten, der Jemand und sein Komplize haben ihre Lehren daraus gezogen. Vergleichbares ist bislang jedenfalls nicht vorgekommen. Die unrühmliche Episode führte jedoch dazu, dass ich jeweils leicht alarmiert bin, wenn auf Klapp Nachrichten reinkommen. Ich atme sogar leicht auf, wenn ich im Posteingang sehe, dass die Mitteilung an alle Eltern ging – und nicht nur exklusiv an meine Partnerin und mich. Persönliche Nachrichten – dies zeigt meine bescheidene Erfahrung – bedeuten bei Klapp selten etwas Gutes.

Vor den Herbstferien hatte ich wieder einen Moment, in dem ich kurz den Atem anhielt, als sich Klapp meldete. Etwas hastig öffnete ich die Nachricht. Darin war zu lesen, dass die Herbstwanderung definitiv stattfinden würde. Selten hatte mich die Ankündigung einer Wanderung so sehr beseelt.

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