Zendaya und Robert Pattinson spielen in «The Drama» ein Paar kurz vor ihrer Hochzeit. Bei einem Abendessen mit Freunden fällt bei einem Spiel die Frage: «Was ist das Schlimmste, was du je getan hast?» Doch als Emma an der Reihe ist, schockiert sie mit ihrer Antwort alle. Was als scheinbar romantischer Film beginnt, ist plötzlich etwas ganz anderes. Doch wer nur den Trailer sieht, bleibt im Dunkeln.
Das begeistert längst nicht jeden, und online laufen die Diskussionen heiss – manche Zuschauer sind so schockiert, dass sie die Filmemacher als verantwortungslos bezeichnen. Schliesslich lächeln sich Zendaya und Pattinson auf dem Filmposter bei der Hochzeit an. Und dass Zendaya erneut ihr «Method Dressing» zeigt und sich auf den Premieren im Film-Hochzeits-Thema kleidet, unterstreicht die vermeintlich harmlose Thematik. Aber auch wenn der Trailer nicht viel verrät, ist klar: Das ist keine normale Rom-Com.
Spoiler oder Selbstverantwortung?
In den letzten Jahren sorgten viele Filme mit dem Gegenteil für Kritik und erzählten bereits im Trailer praktisch die ganze Story. Mehr noch: Der beste Witz, die krasseste Szene oder die grösste Überraschung wurden bereits verraten, bevor man im Kino war. Dort angekommen, war die Luft dann raus. Das heisst nicht, dass Filme darum schlecht sind, aber das Kinoerlebnis leidet.
Klar, das stört nicht alle. Manche lesen auch zuerst die letzte Seite eines Buches, um zu wissen, was kommt. Und das Internet-Zeitalter macht es einem leicht, sich selbst zu spoilern. Doch genau das führt auch zu einer gewissen Überbehütung. Die Selbstverantwortung ist damit schnell futsch. US-Komiker Zoltan Kaszas bringt es in einem Stand-up-Auftritt auf den Punkt: «Das grösste Problem für Millennials ist, dass wir genau wissen, was mit uns nicht stimmt. Aber bei keinem scheint es besser zu werden. Sie sagen: ‹Ich habe Angstzustände.› Und wenn ich frage, was sie dagegen unternehmen, sagen sie: ‹Nichts. Ich sage es dir, damit du Rücksicht nimmst.›»
Und so wundert es nicht, dass es Beschwerden hagelte, als Eltern 2016 mit ihren Kindern «Sausage Party – Es geht um die Wurst» im Kino sahen. Denn der Film sieht zwar lustig aus, ist aber alles andere als jugendfrei. Ein Blick auf Google wäre da hilfreich gewesen. Dagegen juckte es früher niemanden, wenn Kinder fröhlich vor den Bildschirm gesetzt wurden, ohne dass die Eltern wussten, worum es im Film geht. Denn sogar Disney-Filme zeigten im Trailer eher wenig von der eigentlichen Story. Das war auch nicht perfekt, denn manche Kinderfilme waren längst nicht immer kindgerecht. «Mrs. Brisby und das Geheimnis von NIMH» sorgte für Albträume, ebenso «Cap und Capper» oder «Hexen hexen».
Erwachsene Zuschauer gingen 1960 ebenso blind ins Kino, um «Psycho» zu sehen – und kamen schockiert wieder heraus. Denn Regisseur Alfred Hitchcock revolutionierte das Kino mit strengen Anti-Spoiler-Regeln, damit die Wendung geheim blieb. Dafür kaufte er sogar die Bücher auf, die den Film inspirierten.
Natürlich sind manche Trigger-Warnungen völlig berechtigt und es ist gut, dass es sie heute gibt. Aber muss einem darum der ganze Film erst vorgekaut werden? Könnte man sich nicht selbst informieren? Genau deswegen gibt es auch die Website «Does the Dog Die», wo man erfährt, ob der Hund in einem Film überlebt.




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