
Heute wird Cher 80 Jahre alt, und manch einer wird lästern, dass nicht alles an ihr 80 wird. So ist das mit den Schönheits-OPs. Wenn immer mal wieder eine Promi-Frau offensichtlich geglättet auf dem roten Teppich auftaucht, heisst es: «Wie sieht die denn aus?» Doch in letzter Zeit sagt man genau dasselbe über männliche Stars.
Zuletzt war es John Travolta, der in Cannes mit «neuem Look» auftauchte, wie es manche Klatschspalten nannten. Andere spekulierten dagegen sofort subtil wie eine Dampfwalze darüber, was der Schauspieler hat machen lassen: Augenbrauenlifting? Oberlidstraffung? Oder gleich ein ganzes Facelifting? Bei genauerem Hinsehen wird nur klar: Das Gesicht sieht nicht extrem anders aus. Nur Haut, Bart und Augenbrauen haben quasi einen neuen Anstrich bekommen.
Der «Pulp Fiction»-Star ist nur das neueste Beispiel in einer Reihe von Promi-Männern, die wegen ihres «neuen» Gesichts genau beäugt werden. Auch «Maroon 5»-Sänger Adam Levine sorgte mit verändertem Aussehen für Schlagzeilen. Und Bradley Cooper gibt bereits seit letztem Jahr zu reden, als online gelästert wurde, er sehe plötzlich aus wie Barry Manilow.
«Das hatte er doch nicht nötig», heisst es in vielen Kommentaren. Als ob jemand tatsächlich eine Schönheits-OP braucht. Warum man sich das antut, hat Cher längst beantwortet: Weil Altwerden «scheisse» ist. Ist das eitel? Absolut.
Sängerin Billie Eilish sagte kürzlich: «Ich freue mich so aufs Älterwerden! Ich freue mich darauf, wenn mein Gesicht und mein Körper altern und ich das nicht zu verändern brauche.» Klar könnte man sagen, dass sie mit ihren zarten 24 Jahren keine Ahnung hat. Andererseits versuchen sogar Gleichaltrige bereits mit «Baby-Botox», zukünftigen Falten «vorzubeugen». Denn Jugendwahn und Schönheits-OPs werden schon lange normalisiert. Und wenn man Geld wie Heu hat, ist die Versuchung gross, mal rasch das nicht mehr ganz so straffe Gesicht renovieren zu lassen. Egal, ob man Frau oder Mann ist.

Männer hatten es lange einfacher und alterten angeblich wie Wein. Doch mittlerweile ist der Schönheitswahn längst auch bei den Herren der Schöpfung angekommen. Manche jungen Männer zelebrieren «Looksmaxxing» und versuchen, ihr Aussehen zu «optimieren». Teilweise mit hirnverbrannten Methoden: Sie spritzen sich Medikamente oder schlagen sich mit einem Hammer ins Gesicht, weil sie glauben, so ihre Knochenstruktur zu verbessern.
Auch ältere Semester haben keinen Bock mehr, «in Würde» zu altern. Schliesslich kann nicht jeder Mann aussehen wie George Clooney. Apropos: Auch er hat sich schon unters Messer gelegt. 2007 liess er sich die Augenlider straffen. «Ich finde es wichtig, dass man wach aussieht», sagte er damals.
Bradley Cooper soll dasselbe getan haben, doch wie bei allen Eingriffen gibt es Risiken. Nicht nur gesundheitliche. Plötzlich ist man kaum wiederzuerkennen, und dann passiert eben genau dasselbe, wie es Frauen schon seit Ewigkeiten kennen: Man(n) wird dafür verurteilt.
Cher sagte einst: «Wenn ich meine Brüste auf dem Rücken tragen will, geht das niemanden etwas an ausser mich.» Damit hat sie nicht unrecht. Natürlichkeit wird zwar gefeiert – trotzdem soll alles perfekt aussehen. Und wenn es das nicht tut, muss jeder seinen Senf dazugeben. Willkommen im Schönheits-Dilemma.


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