«Musik für Hirn und Hintern» – das fängt ja gut an! Zum Saisonauftakt der sechsten Ausgabe der «Intercity Jazz Nights», die Konzertreihe für Big-Band-Jazz des Vereins Intercity Jazz Orchestra (ICJO), wird Musik von Nico Stettler für die grosse Big-Band-Besetzung neu arrangiert. Der Gitarrist, Komponist und Bandleader gehört zu einer jüngeren Generation von Luzerner Jazzmusikern, die stilistisch sehr offen sind und sich ganz selbstverständlich zwischen Jazz, Funk, Pop und globalen Sounds bewegen – darin, besonders im Funk, liegt das «Shake Your Ass»-Potenzial. Er ist selbst schon lange Mitglied des ICJO – Gitarrist der Rhythmussektion.
Stettler stammt aus Rothenburg, hat an der Hochschule Luzern – Musik Jazzgitarre studiert und ist in der Schweizer Szene vor allem durch seine Formation Weepack bekannt. Gespielt werden insbesondere (selbst) neu arrangierte Werke aus seinem Weepack-Repertoire. Und dazu lässt sich richtig abshaken. Um sich noch konkreter etwas darunter vorstellen zu können: Die neunköpfige Band aus Bläsern und Rhythmusmusikern orientiert sich hörbar an Snarky Puppy. Die US-Grossformation gehört zu den erfolgreichsten Instrumentalbands der Welt und ist diesen Sommer am Luzern Live aufgetreten. «Musik für Hirn und Hintern» – die Formulierung stammt von Weepack und steht für Groove und kompositorischen Anspruch.
Einzigartige thematische Konzertabende
Aussergewöhnlich am 1978 gegründeten Intercity Jazz Orchestra ist, dass es Profis, Studierende und Amateure vereint. Das Repertoire reicht vom klassischen Big-Band-Stil bis hin zu genreübergreifenden Projekten. Im Juni war das ICJO gar mit dem Basler Jazz- und Crossover-Akkordeonisten Anatole Muster auf Schweizer Tour.
Bis Januar stehen einmal pro Monat insgesamt fünf Konzertabende mit eigenem Programmschwerpunkt im Südpol Luzern an, die einen Komponisten, eine Stilrichtung oder ein grösseres Werk in den Mittelpunkt stellen. So neben Stettler Peter Herbolzheimer, einer der bedeutendsten europäischen Big-Band-Leader des 20. Jahrhunderts, die «Beromünster Suite» des Luzerner Komponisten Peter Zihlmann (sie setzt sich mit dem ehemaligen Landessender Beromünster auseinander) und Duke Ellingtons «The Nutcracker», ein Klassiker der Big-Band-Literatur. Zum Saisonabschluss werden – zusammen mit der Trigger Concert Big Band aus Rapperswil-Jona – zwei deutsche Jazz-Giganten ins Zentrum gerückt: Klaus Doldinger und wiederum Herbolzheimer. (reg)
Donnerstag, 10. September, 20.15, Club, Südpol, Kriens; weitere Daten und Infos: www.intercityjazz.ch.



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