Die Musikwelt trauert um Herbert Blomstedt: Der schwedische Dirigent ist am Mittwoch im Alter von 99 Jahren im Kreis seiner Familie in Göteborg gestorben. Das teilte das Gewandhaus Leipzig mit. Blomstedt zählte zu den bedeutendsten Maestri seiner Epoche, geprägt von tiefer musikalischer Neugier, Bescheidenheit und geistiger Frische bis ins höchste Alter.
Eine besonders enge Bindung verband Blomstedt mit der Zentralschweiz: Luzern war vier Jahrzehnte lang seine persönliche Wahlheimat und bot ihm zwischen seinen internationalen Engagements einen Rückzugsort am Vierwaldstättersee. Auch musikalisch prägte er das Schweizer Kulturleben massgeblich. Nach Studien an der Schola Cantorum Basiliensis debütierte er 1979 beim Lucerne Festival, wo er über Jahrzehnte als gefeierter Stammgast mit weltweiten Spitzenorchestern und dem Lucerne Festival Orchestra auftrat. Zudem stand er regelmässig am Pult des Tonhalle-Orchesters Zürich sowie des Orchestre de la Suisse Romande.
International leitete der 1927 in den USA geborene Predigersohn und spätere Bernstein-Schüler renommierte Klangkörper als Chefdirigent – darunter die Staatskapelle Dresden, die San Francisco Symphony, das NDR-Sinfonieorchester und von 1998 bis 2005 das Gewandhausorchester Leipzig, dem er als Ehrendirigent verbunden blieb. Für sein Lebenswerk erhielt Blomstedt zahlreiche internationale Auszeichnungen, zuletzt im September 2026 den renommierten Praemium Imperiale. Er hinterlässt vier Töchter und eine weltweite Fangemeinde, die ihn als menschliche und künstlerische Ausnahmeerscheinung in Erinnerung behält. (dpa/luz)
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