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Serie Entdeckungen

Hans Erni ehrt Luzerner Barmusik – man sieht sogar das gespielte Lied

Wir stellen Entdeckenswertes aus Zentralschweizer Museen vor: Die 8. Folge führt uns nach Luzern ins Hans Erni Museum. Der Starmaler stürzte sich ins Nachtleben.

Eine richtige Bar braucht Musik! Bevor Jukeboxen die Gaststätten nach dem Musikgeschmack der Gäste beschallten, besorgten dies Musiker, die je nach Art des Hauses lüpfigen Ländler oder coolen Jazz spielten.

Die Band, die Hans Erni 1933 mit seinem Wandgemälde in der Bar Bethlehem am Luzerner Wärchlaubengässli platzierte, spielte ihrer Erscheinung nach offensichtlich Jazz. Das Chanson «La belle Germaine», dessen Titel auf dem Notenblatt im Vordergrund zu lesen ist, wurde gern von Jazzmusikern wie Sidney Bechet adaptiert.

Hans Erni: «Drei Musikanten». (1933, Öl auf Zementmörtel, 140 x 200 cm)
Bild: zvg / Hans Erni-Stiftung

Auch stilistisch zeugt Ernis Gemälde vom Einfluss, den die Kunstmetropole Paris auf ihn ausübte, wo sich der junge Künstler seit Ende der 1920er- Jahre immer wieder aufhielt.

Atelier im Dachstock seiner Schwiegereltern

In Luzern lebte Erni im Haus seiner Schwiegereltern am Hirschenplatz 1, wo er sich im Dachstock sein erstes Atelier eingerichtet hatte. Das Haus grenzte an das ehemalige Wärchlaube-Areal, wo sich wiederum die Wirtschaft Bethlehem befand. Die Brauerei Spiess AG hatte die Liegenschaft Ende des 19. Jahrhunderts erworben und sie 1899 nach den Plänen von Architekt Traugott Niederberger aufgestockt.

Von dem Fresko ist heute an Ort und Stelle nichts mehr zu sehen. Denn während die Bar bis zum Abbruch der Liegenschaft im Jahre 1968 bestand, wurde das Bild bei einem Umbau des Lokals entfernt und gelangte in eine private Sammlung.

Dank einer historischen Aufnahme der Bethlehem-Bar wissen wir jedoch, dass das Lokal mit damals modernen, funktionalen Stahlrohrmöbeln eingerichtet war. Und dass sich das Fresko mit der von ähnlichen Arbeiten Pablo Picassos inspirierten Gruppe an seinem ursprünglichen Standort gut in die Umgebung einfügte. 2024 konnte die Hans-Erni-Stiftung das Werk aus Privatbesitz erwerben.

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