Im Peacock Theater in Los Angeles sind in der Nacht auf Dienstag die wichtigsten Fernsehpreise des Jahres verliehen worden. Schauspielerin Mariska Hargitay führte als erste Frau seit 15 Jahren durch die Emmy Awards. Neben den grossen Abräumern sorgen vor allem historische Rekorde, bewegende Dankesreden und emotionale Ehrungen für Gesprächsstoff.

Matthew Rhys schreibt Emmy-Geschichte
Der Mann des Abends war Matthew Rhys. Der Waliser gewann gleich zwei Emmy-Awards als bester Hauptdarsteller – für die Comedyserie «Widow's Bay» und die Miniserie «The Beast in Me». Das hatte zuvor noch kein Schauspieler geschafft.

Mit seinem Erfolg stellte Rhys gleich noch einen weiteren Rekord auf: Nach seinem Emmy für «The Americans» im Jahr 2018 ist er nun der erste Schauspieler, der in allen drei Hauptdarsteller-Kategorien einen Emmy gewonnen hat. Sichtlich bewegt widmete er seinen zweiten Preis den Menschen in seiner Heimat Wales: «Wir sind eine kleine, aber mächtige Nation.»
«Widow's Bay», «The Pitt» und «DTF St. Louis» räumen ab
Auch bei den Serien gab es klare Sieger. Die Mystery-Comedy «Widow's Bay» gewann den Emmy als beste Comedyserie und holte insgesamt 14 von den 19 Nominierungen – darunter Preise für Regie, Drehbuch sowie mehrere Schauspielleistungen.
Als beste Dramaserie setzte sich «The Pitt» durch. Hauptdarsteller Noah Wyle wurde zum zweiten Mal in Folge als bester Hauptdarsteller in einer Dramaserie ausgezeichnet. Die Miniserie DTF St. Louis gewann ebenfalls mehrere Emmys und wurde als beste Limited Series geehrt.
Jean Smart und Allison Janney stellten Rekord ein
Auch Jean Smart schrieb Geschichte, als sie für ihre Rolle in «Hacks» ihren achten Emmy gewann und damit den Rekord für die meisten Schauspiel-Emmys einstellte. Gleichzeitig wurde sie zur ersten Schauspielerin überhaupt, die für jede Staffel derselben Serie einen Emmy erhielt. Wenige Minuten später zog Allison Janney mit ihrem achten Schauspielpreis für «The Diplomat» gleich.
Nicht nur die Gewinner sorgten für emotionale Momente. Schauspieler Michael J. Fox erhielt den Bob Hope Humanitarian Award für sein jahrzehntelanges Engagement für Menschen mit Parkinson. Das Publikum erhob sich von den Sitzen und spendete minutenlangen Applaus.

Auch der verstorbenen Country-Legende Dolly Parton wurde gedacht. Schauspielerin Sally Field würdigte ihre frühere Kollegin, bevor Reba McEntire mit einem musikalischen Tribut für einen weiteren emotionalen Höhepunkt sorgte.

Ebenfalls bewegend war die Hommage an Catherine O'Hara, die im Januar im Alter von 71 Jahren gestorben war. Macaulay Culkin, ihr Filmsohn aus «Kevin – Allein zu Haus», erinnerte an die Schauspielerin mit den Worten: «Sie mag mich zweimal vergessen haben, aber wir werden sie niemals vergessen.» Gemeinsam mit ihren Schitt's Creek-Kollegen Dan Levy und Annie Murphy würdigte er O'Haras Humor, Wärme und Grosszügigkeit.
Politische Botschaften bleiben die Ausnahme
Im Vergleich zu früheren Emmy-Verleihungen spielte Politik diesmal nur eine Nebenrolle. Ganz ohne Botschaften ging der Abend dennoch nicht zu Ende. Vince Gilligan, der für Pluribus den Emmy für das beste Drama-Drehbuch gewann, warb in seiner Dankesrede für mehr Zusammenhalt. Eine Welt, in der Menschen miteinander auskämen, sei «genauso glaubwürdig wie unsere heutige Realität – und erreichbar», sagte er. Gleichzeitig appellierte er daran, sich nicht von Menschen spalten zu lassen, die aus der Polarisierung Macht schöpften.
Auch «The-Pitt»-Schöpfer R. Scott Gemmill betonte die Bedeutung ehrlicher Geschichten in einer Zeit, in der es immer schwieriger werde, Wahrheit von Falschinformation zu unterscheiden.
Die Hingucker des Abends
Bevor die ersten Emmy-Trophäen vergeben wurden, gehörte die Bühne den Outfits. Auf dem diesmal blauen Teppich – eine Hommage an das 100-jährige Bestehen des Senders NBC – präsentierten die Stars glamouröse Roben, funkelnde Designs und elegante Anzüge. Das sind die Looks des Abends:

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