Das Schicksal hat viele Gesichter, vielleicht auch das von Beat Schlatter. Auf diese schöne Pointe jedenfalls läuft der neue Film «Do Re Mi Fa So Lauft’s» hinaus. Der Zürcher Regisseur Sergio Fertitta erzählt darin die Geschichte mehrerer Musikerinnen und Musiker, die durchstarten oder an frühere Erfolge anknüpfen möchten.
Ihre verschlungenen Wege kreuzen dabei immer wieder die eines scheinbar Obdachlosen, gespielt von Schlatter, der den Musikern Kalendersprüche zuraunt: «Die eigenen Träume aufzugeben, darf keine Option sein». «Geduld ist ein guter Ratgeber», solche Sachen. Am Ende werden es diese Weisheiten gewesen sein, die mehreren Figuren den entscheidenden Schub verliehen, um der Erfüllung ihrer musikalischen Träume näherzukommen.
Dieses Drehbuch, so zeigt sich, ist nichts Besonderes. Der Film hingegen ist es. Und zwar deshalb, weil Regisseur Sergio Fertitta, der auch das Drehbuch schrieb, hauptberuflich nicht mit Film, sondern mit Musik zu tun hat. Der Zürcher hat sich in den Nullerjahren einen Namen als Produzent gemacht und mit Schweizer Künstlern wie Dieter Meier von Yello und Bligg zusammengearbeitet, aber auch mit internationalen Musikern wie den Rappern Snoop Dogg oder Coolio.
Neben seiner Tätigkeit als Musikproduzent drehte Fertitta auch zahlreiche Musikvideos, wobei er Blut leckte. Vor vier Jahren drehte er einen ersten Kurzfilm namens «Code Different», damals schon mit Beat Schlatter in der Hauptrolle. Nun legt er mit «Do Re Mi Fa So Lauft’s» sein Spielfilmdebüt vor, das er selbst finanzierte.
Ein Labelchef auf Weinsteins Spuren
Allerdings: Trotz schmalen Budgets, das sich bisweilen in einem DIY-Charakter niederschlägt, ist es Fertitta gelungen, neben Schlatter zwei weitere Profis für seinen Film zu gewinnen – die beide auch schon im Kurzfilm «Code Different» auftraten.
Der Schauspieler Pascal Ulli («Bon Schuur Ticino») spielt hier einen schmierigen Musiklabel-Chef, der sich in Weinstein-Manier an seinen Künstlerinnen vergreift. Die Rolle seiner Assistentin übernimmt die als Schlangenfrau bekannt gewordene Nina Burri, die seit einigen Jahren ihre Fühler Richtung Schauspiel ausstreckt.
Den Rest des Casts machen Laien aus. Fertitta spielt sich selbst in einer Nebenrolle und hat die Rollen der Musikerinnen und Musiker ausschliesslich mit eher unbekannten Künstlern besetzt, deren Musik er im echten Leben produziert.
Damit schwankt «Do Re Mi Fa So Lauft’s» zwischen Selbstinszenierung des Regisseurs, langem Musikvideo und genuin sympathischem Feelgood-Drama. Solche Rohheit ist nicht allzu oft im Kino zu sehen. Geglättet wird sie von Beat Schlatter.
Do Re Mi Fa So Lauft’s: Im Kino.




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