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Die sieben Kultur-Tipps der Woche: «Brutkasten» Musikhochschule, Schauspielklassiker über mentale Gesundheit und Stars in der Schüür

Unsere Region bietet jede Woche ein spannendes Kulturprogramm zum Entdecken, Eintauchen, Geniessen. Hier finden Sie unsere sieben ausgewählten Tipps für diese Woche.

Etabliert oder erst am Anfang: Trio Gaspard und Eleas Quartet

Stetiger Wandel prägt die Klassikwelt genauso wie jeden anderen Bereich des Lebens. Junge Ensembles steigen auf, machen sich einen Namen, ältere Formationen lösen sich auf oder müssen sich irgendwann altershalber zurückziehen, ihr Verdienst liegt in der Erinnerung. Zwei Ensembles an unterschiedlichen Punkten dieses Zyklus sind diese Woche in Luzern zu hören. Das Trio Gaspard ist auf der Höhe seines Erfolgs, veröffentlicht CDs und spielt weltweit. Das Streichquartett Eleas steht noch an seinen Anfängen, ist aber bereits international aktiv.

Das Trio Gaspard besteht aus Jonian Ilias Kadesha, Vashti Hunter und Nicholas Rimmer.
Bild: Bild: zvg/Andrej Grilc

Die Gesellschaft für Kammermusik Luzern bespielt den Marianischen Saal in der Altstadt mit fünf Zykluskonzerten erster Güteklasse. Den diesjährigen Auftakt macht am Sonntag das Trio Gaspard. Berlin, London, Schanghai und nun auch Luzern: Jonian Ilias Kadesha (Violine), Vashti Hunter (Cello) und Nicholas Rimmer (Klavier) touren mit ihrem seit zehn Jahren bestehenden Klaviertrio um die Welt. Sie sind als Ensemble zu Gast bei den wichtigsten Kammermusikfestivals und individuell auch als Solisten tätig. Nebst dem gewohnten Repertoire für Klaviertrio widmen sich die drei Musiker immer auch der Neuen Musik. Sie arbeiten regelmässig mit zeitgenössischen Komponisten zusammen und probieren gezielt auch, selten gespielte Werke zur Aufführung zu bringen.

An einem anderen Punkt steht das junge Eleas Quartet. Die vier Frauen trafen sich während ihres Musikstudiums an der Hochschule Luzern. International waren sie dabei von Anfang an: Mit der Schweiz, Deutschland, Portugal und Südafrika sind gleich vier verschiedene Nationalitäten vertreten. Auch das Eleas Quartet schaut nebst dem klassischen Repertoire über den Tellerrand. Unter dem Coaching von Simon Heggendorn vom Kaleidoscope String Quartet befasst es sich mit Jazz- und Improvisationstechniken. Auch zeitgenössische Musik gehört zum Programm. So hat Johanna Kulke, quartetteigene Primgeigerin, bereits ein Stück für ihr Ensemble geschrieben.

Den ganzen Artikel lesen Sie hier.

Poetisch-heiter-trauriges Konzert: Eine musikalische Entdeckungsreise mit Isa Wiss und Vera Kappeler

Stellen den Texten Lieder, Abzählreime und experimentelle Klänge gegenüber: Isa Wiss (l.) und Vera Kappeler.
Bild: Bild: Beat Allgaier Anderhub/zvg

Mit «Am Hummelwald», Miniaturen einer Kindheit auf dem Land, gestalten Isa Wiss (Stimme) und Vera Kappeler (Tasten) eine musikalische Entdeckungsreise durch das gleichnamige Buch von Brigitte Schmid-Gugler. Von der Autorin in ein dörfliches Milieu gesetzt, betrachtet ihre Hauptfigur, «das Kind», seine Welt mit arglosem Staunen.

Am 27. Oktober fand in St. Gallen eine Vorpremiere statt, die Premiere nun haben die beiden am Samstag im Kleintheater in Luzern angesetzt. Vera Kappeler unterrichtete Klavier u. a. an der Jazzabteilung der Musikhochschule Luzern; Isa Wiss studierte Gesang am Institut Jazz der Hochschule Luzern – Musik und arbeitet heute als freischaffende Sängerin. Sie lebt in Luzern und wurde zuletzt 2019 mit dem Anerkennungspreis der Stadt Luzern ausgezeichnet.

Die Umsetzung der Texte aus «Am Hummelwald» für die Bühne ist die erste Zusammenarbeit der beiden Musikerinnen im Duo. Vera Kappeler spielt auf ihrem transportablen Harmonium, singt und spielt Cyberpiano, Kalimba oder Toy-Piano – Isa Wiss singt, liest und spielt Handharmonium, Toy-Piano, Flöten oder Cyberdrum. Für die Dramaturgie zeichnen Brigitte Schmid-Gugler und Peter Conradin Zumthor (Duo «Kappeler-Zumthor») verantwortlich. (reg/pd)

Premiere: Samstag, 4. November, 20.00, Kleintheater, Luzern.

Exklusives Tryout – Jürg Halter ist mit seinem neuen Programm in Ebikon zu Gast: «Ich erzähle deine Geschichte»

Jürg Halter 2019 bei seinem ersten Auftritt in der Kultursonne Ebikon.
Bild: Bild: Ingo Höhn

Fünf Jahre «Kultursonne» sollen gefeiert werden: Und Jürg Halter «erzählt deine Geschichte». Der Berner Poet, Schriftsteller und frühere MC («Kutti») ist in der Kultursonne Ebikon zu Gast. Dass er ein begnadeter Improvisator ist, bewies Halter schon, als er als Rapper für Live-Spektakel sorgte. In Ebikon ist nun auch das Publikum gefragt: Die Zuschauer dürfen einen Lieblingsgegenstand mitbringen (etwa Foto, Schmuckstück, Bild), und Halter wird dazu improvisierend eine Geschichte erzählen. (sh)

Freitag, 3. November, 20.15, Kultursonne Ebikon, Dorfstrasse 23, Ebikon; www.kultursonne-ebikon.ch

Hin zu Trost und Heilung

Der Projektchor veranstaltet seit 25 Jahren fast ein Konzert jährlich. Zum Jubiläum gibt es ein Programm, das eine emotionale Entwicklung nachzeichnet. Und dabei vom Barock bis in die Gegenwart führt. Johann Sebastian Bach auf der einen Seite, Felix Schüeli auf der anderen. Wohlbekanntes und ganz Neues bringt der Projektchor Willisau zum Anlass seines 25-jährigen Bestehens auf die Bühne.

Den inhaltlichen Bogen geben zwei bekannte Werke des barocken Meisters vor. Von der für Bachs Verhältnisse überlangen Kantate «Ich hatte viel Bekümmernis» bis zur Motette «Jesu, meine Freude» deckt das Programm verschiedene Gattungen und Schaffensperioden Bachs ab. Mit den hinzugezogenen Profimusikerinnen und Profimusikern, nicht wenige davon sehr erfahren in der historisch informierten Interpretation von Barockmusik, leistet sich der Projektchor für diesen speziellen Anlass die Deluxe-Version der Chorbegleitung.

Schüelis «Erd und Abgrund» lehnt sich zwar textlich an Bachs «Jesu, meine Freude» an, doch verarbeitet er den gleichen Stoff in zeitgenössischer Klangsprache «Düstere Clusterklänge, rhythmische Geräusche und urschreiartige Glissandi», all das erwarte das Publikum auf dem langen Weg zur Erlösung. (dst)

«O Seele, sieh! Ich bin bei dir»: Samstag, 4. November, 19.30, Matthäuskirche, Luzern.

Feuerwerk weiblicher Schaffenskraft in Altdorf

Die Formation «Eiger, Mönch und Urschwyz».
Bild: Bild: zvg

Am Samstag ist das Theater Uri ganz in Frauenhänden. Unter dem Titel «Frauen!» geht ein interdisziplinäres Festival über die Bühne – sechs Frauengruppen aus allen künstlerischen Genres und ein Gratis-Polit-Talk mit Urner Politikerinnen (14.30, Moderation: Karin Portmann). Als Partnerveranstaltung mit dem Haus der Volksmusik spielt die Formation «Eiger, Mönch und Urschwyz» (13.00) mit Kristina Brunner (Cello, Schwyzerörgeli), Hanna Landolt (Violine) und Maria Gehrig (Violine) «Hiesigs, Urchigs, Eignigs & Nümödigs». Die weiteren Programmpunkte: Olivia El Sayed (16.00), Zürcher Schriftstellerin; «Martha reist» (18.00), Solostück von und mit Rita Furger; Slam Poetry mit Lara Stoll (20.00); «Because I love» (21.30), Aufführung der gleichnamigen Tanzschule. (reg/pd)

Samstag, 4. November, 13.00, Theater Uri, Altdorf: Festivalpass/Einzeltickets: www.theater-uri.ch .

Eine der grössten Barockorgeln Europas

Das Zisterzienserkloster hat Grund zum Feiern. Die historische Bossard-Orgel wird nach erfolgreicher 4-monatiger Revision und Reinigung wiedereingeweiht. Die letzte Sanierung liegt bereits mehr als 30 Jahre zurück.

Die zwischen 1716 und 1721 von Orgelbauer Joseph Bossard und dessen Sohn erbaute Orgel zählt mit 2500 Pfeifen und 40 Registern zu den grössten noch erhaltenen Barockorgeln Europas. Regierungsrat Armin Hartmann sendet Anlass Grussworte vom Kanton, die Denkmalpflegerin Isabella Meili-Rigert informiert über den historischen Hintergrund. Auf dem musikalischen Programm stehen Werke aus dem 17. und 18. Jahrhundert. (dst)

Orgelkonzert und sakrale Musik: Sonntag, 5. November 2023, 17.00, Klosterkirche St. Urban.

Plattentaufe von ­ Blind Boy De Vita

Der Luzerner Singer-Songwriter Blind Boy De Vita.
Bild: Bild: zvg

Eine «grandiose Bassbaritonstimme, die auf Englisch und Italienisch überzeugt», schrieben wir anlässlich des Stimmenfestivals Ettiswil. Für den Autor war Glauco Cataldo alias Blind Boy De Vita mit seiner «urwüchsigen Kraft» und dem «intensiven und nur schon physisch kraftvollen» Gitarrenspiel die Entdeckung des Abends. Bluesige, rockige, folkige Songs und Canzoni, die die Herausforderungen des Lebens, aber auch seine bewegte Familiengeschichte behandeln. Nun tauft der Luzerner mit Angie Magaso am Bass und Simon Gautsch an den Drums sein nicht mehr ganz neues zweites Album «Zattera». (reg)

Freitag, 3. November, 21.00, Schüür, Luzern.

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