Mit 5’365’820 Franken hat die LZ-Weihnachtsaktion eines der besten Ergebnisse ihrer 29-jährigen Geschichte erzielt. Stiftungsratspräsidentin Bettina Schibli: «Dass die Solidarität in unserer Region weiterhin so hoch ist, berührt uns tief. Wir sind froh, dass wir dank der Spenden erneut vielen Menschen helfen können.»
Höchstwert bei den Gesuchen um 14 Prozent übertroffen
Wie wichtig das ist, zeigt sich bei der Anzahl der Hilfsgesuche. Mit 4575 wurde der letztjährige Höchstwert um über 14 Prozent übertroffen. Die allermeisten Gesuche hat der Beirat, dreizehn ehrenamtlich tätige Sozialfachleute aus der ganzen Region, bereits geprüft. Bis jetzt konnte er in über 4081 Fällen positiv entscheiden. Somit ist der grösste Teil der Spendengelder bereits notleidenden Menschen zugutegekommen.
Insgesamt sind 15’887 Spenden eingegangen. Was eindrücklich das über viele Jahre gefestigte Vertrauen beweist. Erneut durften wir auf die Hilfe vieler grosser und kleiner Firmen und Organisationen zählen. Der grösste Teil der Spenden kommt aber weiterhin von unseren Leserinnen und Lesern.
Über 86 Millionen Franken seit der Gründung 1996
Die LZ-Weihnachtsaktion hat seit ihrer Gründung 1996 über 86 Millionen Franken gesammelt und rund 65’000 Hilfsgesuche geprüft. Sie ist die mit Abstand erfolgreichste Sammlung einer Schweizer Zeitung. Und natürlich geht sie weiter. Spenden kann man das ganze Jahr über, Einzahlungen werden ab sofort der nächsten Sammlung angerechnet, die im November starten wird.
Eine Erkrankung als Einbildung? Wir trafen auf etwas ganz anderes
Manche Personen und Familien, denen wir geholfen haben, durften wir in der Zeitung porträtieren. Dass sie sich für einen Bericht zur Verfügung stellen, braucht Mut und ist nie Bedingung für unsere Hilfe. Sie tun es, um die LZ-Weihnachtsaktion ihrerseits zu unterstützen. Ihre Schicksale, aber auch ihr Mut und Zusammenhalt haben uns berührt. Und bei allen ist die schwierige Zeit noch längst nicht vorbei.
Beim allerersten Bericht war ich selbst zunächst eher skeptisch. Von Long Covid beziehungsweise Post Covid hatte ich natürlich schon vernommen. Was es aber bedeutet, habe ich erst realisiert, als ich einer 47-jährigen Luzernerin begegnet bin, die davon betroffen ist. Jeder Gedanke, dass da irgendetwas zwischen Einbildung und Simulieren vorliegen könnte, wirkte einfach nur absurd. Ich traf eine intelligente, vormals sehr aktive und lebensfreudige Frau, die nur noch ein Schatten ihrer selbst ist. Und die neben Schmerzen und niederschmetternder Müdigkeit auch mit besorgniserregenden demenziellen Symptomen kämpft.
Unser Bericht hat auch anderen Betroffenen Mut gemacht, sich zu melden. Von ihnen weiss niemand, wie sich die Krankheit entwickelt. Und ob sie je wieder ganz gesund werden.
Wie immer waren Familien zentrales Thema der LZ-Weihnachtsaktion. Wir berichteten über eine Bergbauernfamilie mit drei Kindern, die ganz unterschiedliche Herausforderungen stellen. Das jüngste von ihnen hat Trisomie 21 und wird ein Leben lang nie ganz selbstständig leben können. Am Beispiel einer anderen Familie haben wir aufgezeigt, was es bedeutet, wenn ein Kind Autismus hat. Auch hier ist die Zukunft offen, doch der betroffene Jugendliche zeigt auch sehr positive Entwicklungen.
Kinder: Schwere Krankheiten und schockierende Schicksale
Auf solche hoffen auch die Eltern eines kleinen Mädchens, das mit zwei Jahren an Blutkrebs erkrankt ist. Es muss immer wieder heftige Chemotherapien über sich ergehen lassen und oft länger im Spital sein. Wie bei allen Familien war unsere Hilfe nicht nur eine dringend nötige materielle Entlastung, sondern auch ein Zeichen der Solidarität, das Zuversicht und Kraft schenkt.
Das gilt gerade auch für die drei Kinder, deren Mutter sich im vorletzten Sommer das Leben genommen hat. Wie kann man einen solchen Schicksalsschlag verarbeiten? Aber wir erleben auch immer wieder, wie stark gerade Kinder sind. Wie ihr Vater uns berichtet hat, kommt es immer vor, dass die Kinder sehr traurig sind. Gerade auch in Zeiten wie Weihnachten.
Frühdemenz, psychische Gewalt und ein starkes Comeback
Weihnachten war auch schwierig für die Familie einer Frau, die mit knapp 50 Jahren an Frühdemenz erkrankt ist und in einem Heim lebt. Wir hatten im Jahr zuvor bereits über sie berichtet. Ein Jahr später erzählte uns der Vater, wie es weitergegangen ist. Es ist schwierig zu akzeptieren: Aber Demenz bedeutet, dass ein Mensch nicht nur körperlich abbaut, sondern als Persönlichkeit allmählich und unwiderruflich verloren geht. Auch diese Familie war für unsere Hilfe sehr dankbar.
Porträtiert haben wir auch eine zweifache Mutter, die in eine ganz besondere Art von gewalttätiger Beziehung hineingeraten ist: Sie verliebte sich in einen Mann, der sie zunehmend ausnutzte, manipulierte, emotional erpresste und am Ende auch schlug. Selbst schuld? Die psychische Gewalt entwickelte sich derart und schleichend, dass es vielen von uns hätte passieren können. Wir haben die Frau und ihre Kinder beim Neuanfang unterstützt.
Ein solcher Neuanfang ist auch einer jungen Frau gelungen. Sie hatte als Teenagerin nach dem Vater auch ihre Mutter verloren und stürzte ins Tief. Wir unterstützen sie seit einigen Jahren. Inzwischen hat sie den Sprung an die Hochschule geschafft und bildet sich zur Lehrerin aus. Unsere Spenderinnen und Spender machen solche wunderbaren Erfolge erst möglich.





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