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Zentralschweiz

Die besten Ausgeh-Tipps: Oper von Bernstein, Metal-Pioniere und eine Alphorn-Virtuosin

Unsere Region bietet jede Woche ein spannendes Kulturprogramm zum Entdecken, Eintauchen und Geniessen. Hier finden Sie unsere sechs ausgewählten Tipps.

Und was passiert nach den Flitterwochen?

Der Alltag hat Einzug gehalten im Leben von Dinah und Sam, einem klassischen Vorstadt-Ehepaar mit gemeinsamen Sohn. Ehemann Sam ist froh, wenn er nach dem allmorgendlichen Streit am Frühstückstisch durch den Ruf der Arbeit von den Schuldzuweisungen seiner Frau erlöst wird. Ehefrau Dinah beschäftigt sich derweil mit ihren Sitzungen beim Psychiater.

Wer hat hier die Hosen an? Darüber streiten sich Dinah und Sam.
Bild: zvg

Aber anstatt ihren Problemen auf den Grund zu gehen und sich einem klärenden Gespräch zu stellen, enden die beiden im Kino. Denn da, in «Trouble in Tahiti», sind Inseln, ist eine schöne Scheinwelt, in die man sich flüchten kann.

Leonard Bernstein schrieb das Libretto und die Musik zu seinem englischsprachigen Einakter in sieben Szenen im Jahr 1952. Also bloss ein Jahr nach seiner Hochzeit mit der Schauspielerin und Pianistin Felicia Montealegre. Die eigene Ehe soll turbulent gewesen sein. Nach 25 Jahren zog Bernstein mit einem seiner Studenten zusammen.

Bernsteins Ausbruch aus dem Korsett einer traditionellen Ehe hängt auch mit dieser Oper zusammen. In «Trouble in Tahiti» kritisiert er die rigiden Geschlechterrollen der 1950er-Jahre und behält bei aller Tragik seines eigenen Lebens einen gewissen Witz bei. (dst)

Premiere: Freitag, 31. Januar, 20.00, Luzerner Theater. Weitere Vorstellungen noch bis 9. März. Mehr Infos unter www.luzernertheater.ch/troubleintahiti

Hart und schnell – ­Metalpioniere in Zug

Coroner, die legendäre Trash-Metal-Band, heute.
Bild: zvg

Auf der Suche nach dem ultimativ Harten, Trash Metal kombiniert mit neoklassischer Musik, so das Selbstbild; schon fast avantgardistischer Metal, stilprägend, Kult, so die Aussenwahrnehmung. 1984 gegründet, war die Zürcher Metalband Coroner eine Referenz für ganz viele Musiker und Bands und ihnen, sehr technisch und anspruchsvoll, musikalisch haushoch überlegen. Mitte der 90er lösten sie sich auf, 2010 taten sich Tommy Vetterli, Marky Edelmann und Ron Broder wieder zusammen. Im März geht’s auf Nordamerika-Tournee. (reg)

Samstag, 1. Februar, 20.00, Chollerhalle, Zug; www.chollerhalle.ch .

Eine 16-Jährige eifert mit der Havanaise einer grossen Virtuosin nach

Die Festival Strings Lucerne legen Wert auf die Nachwuchsförderung. In der jährlich stattfindenden Talentwoche für junge Streicherinnen und Streicher werden seit 2017 besonders begabte Kinder und Jugendliche gefördert. Regelmässig werden diese Talent Strings dann auch ins professionelle Konzertleben integriert, zuletzt auch durch zwei feste Akademieplätze im Kammerorchester. Im aktuellen Projekt unter der Leitung von Daniel Dodds spielen die Talent Strings Werke von Warlock, Schubert, Tschaikowsi, Mendelssohn und Holst. Es soliert die 16-jährige Pre-College-Studentin Anna Steiner. Sie spielt die Havanaise von Camille Saint-Saëns. Dasselbe Stück spielte Arabella Steinbacher erst zu Beginn dieser Saison mit den Festival Strings. (dst)

Samstag, 1. Februar, 19.00, Kirche MaiHof, Luzern: Programm

Sein Vatersein ist der ­ rote Faden des Albums

Neue Erfahrungen prägen die Platte: der Tessiner Andrea Bignasca.
Bild: zvg

Im Blues verwurzelter Singer-Songwriter-Rock, gespickt mit Pop-Elementen, das trifft Andrea Bignascas Musik gut; schnörkellos vorgetragen, einnehmend gesungen. Der Tessiner hat eine schöne, leicht kratzige Stimme und ein gutes Englisch; er kann alles singen, balladig, rockig. Live zu spielen – mit Band, versteht sich –, darauf liege sein Hauptaugenmerk, das sei seine Leidenschaft, sagt er. Diese Leidenschaft und emotionale Tiefe – er ist Vater geworden – spürt man durchaus auch, wenn man die neue, vierte Platte «Stranger» hört. Man merkt schon, da verbiegt sich keiner. (reg)

Freitag, 31. Januar, 21.00, Galvanik, Zug .

Die Früchte des amerikanischen Einflusses

In der dritten Kammermusikmatinée der Saison widmen sich Musikerinnen und Musiker des Luzerner Sinfonieorchesters einem unterschätzten Komponisten. Der erst in Österreich aktive Erich Wolfgang Korngold manövrierte sich während der NS-Zeit vom Wunderkind zum Exilkünstler und widmete sich dann in den USA der Filmmusik. Dadurch wurde er im Nachhinein weniger ernst genommen. Dieses Vorurteil wirkt bis heute nach. Im Konzert vom Sonntag wird sein Streichquartett Nr. 3 in D-Dur dem Streichquintett in Es-Dur von Antonín Dvořák vorangestellt. Auch letzteres entstand in den USA, heisst bisweilen sogar «Das Amerikanische». Es ist von amerikanischer Volksmusik geprägt und bis heute eines der beliebtesten Werke des Böhmen. (dst)

Sonntag, 2. Februar, 11.15, Orchesterhaus, Kriens: www.sinfonieorchester.ch

Musikalische Grenz­überschreiterinnen in Cham

Entdeckte mit 10 Jahren das Alphorn: Lisa Stoll.
Bild: zvg

Alphorn-Virtuosin Lisa Stoll kennt Soloauftritte genauso wie mit Blas- oder Sinfonieorchester und hat national und international in bedeutenden Konzertsälen gespielt. Arlette Wismer wiederum gilt als eine der besten Jodlerinnen der Schweiz, mit eigenem SRF-Sendeformat. Mit dem Konzert «Eusi Musig von nah und von fern» begeben sich die beiden in einen musikalischen Dialog mit den gebürtigen Japanerinnen Fusako Sidler (Pan- und Querflöte) und Masako Ohashi (Klavier), die ebenfalls von der Schweizer Volksmusik fasziniert sind. (reg)

Sonntag, 2. Februar, 17.00, Pfarrkirche St. Jakob, Cham; Eintritt frei/Kollekte.

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