Er wurde 68 Jahre alt. Der Autor ist hierzulande vor allem für seinen Krimi «Verdächtige Geliebte» bekannt, im Deutschen ist das Buch von Ursula Gräfe übersetzt bei Klett-Cotta erschienen.
Higashino wurde 1958 in Osaka geboren und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Er galt als Meister des psychologischen Krimis. In seinen Romanen steht häufig nicht nur die Aufklärung eines Verbrechens, sondern vor allem die Motive und inneren Konflikte der Figuren im Mittelpunkt.
Anders als viele klassische Krimis verrät «Verdächtige Geliebte» etwa früh, wer für die Tat verantwortlich ist. Die Spannung entsteht aus dem cleveren Duell zwischen Ermittlern und Verdächtigen. Eine alleinerziehende Mutter wird in dem Roman nach einem Tötungsdelikt von ihrem mathematisch hochbegabten Nachbarn geschützt – bis ein hartnäckiger Ermittler die Wahrheit sucht.
«Verdächtige Geliebte» wurde allein in Japan über zwei Millionen mal verkauft, wie Klett-Cotta informiert. Auch in Deutschland ist der Krimi, der hier 2012 erschien, ein sogenannter Longseller, also ein Buch, das sich über einen langen Zeitraum kontinuierlich verkauft.
Über 100 Millionen verkaufte Bücher in Japan
Viele Romane Higashinos wurden verfilmt. «Allein in Japan hat Higashino 100 Millionen Bücher verkauft und ist auch international bekannt für seine Krimis sowie für seine inspirierenden Feelgood-Romane», schreibt der Penguin Verlag, der seinen Roman «Kleine Wunder um Mitternacht» herausgebracht hat.
Bei Penguin ist auch «Der Baum der verborgenen Erinnerungen» (übersetzt von Yukiko Luginbühl) erschienen. Es ist das jüngste von Higashino in Deutschland veröffentlichte Buch, es kam 2025 heraus.
Darin erzählt der japanische Autor von einem geheimnisvollen Ritual in einem Shinto-Schrein nahe Tokio: Ein junger Mann entdeckt dort eine Möglichkeit, Erinnerungen zu bewahren – und erfährt dabei mehr über seine eigene Familiengeschichte.
Der japanische «Stieg Larsson»
Higashinos Werk umfasst nach Angaben des japanischen Verlags insgesamt 106 Bücher. «Wir sind überzeugt davon, dass die zahlreichen von ihm geschaffenen Geschichten auch weiterhin viele Leserinnen und Leser begeistern werden», hiess es.
Ein Journalist der britischen «Times» bezeichnete Higashino mal als den «japanischen Stieg Larsson». Higashino, so führte er in dem Porträt damals aus, erzähle von Alltagsmenschen, sozialen Spannungen und den Brüchen der japanischen Gesellschaft – und verbinde diese Themen mit komplex konstruierten Kriminalfällen. (dpa)


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