
«Sie hat sehr mit mir geflirtet», sagte «The Green Mile»-Schauspieler Dough Hutchison 2011 in einem Interview über seine 16-jährige Ehefrau Courtney Stodden. Sie habe so den ersten Schritt gemacht, meinte er. Und weil ihre Eltern zustimmten, war die Hochzeit mit dem 51-Jährigen völlig legal.
Ein Skandal? Absolut. Doch gab es einen Aufschrei? Fehlanzeige. Stattdessen hagelte es Schlagzeilen in den Klatschspalten – und der Teenager wurde zur Punchline.
Das jungfräuliche Sexsymbol
Das Paar gab bereitwillig Interviews über die «kontroverse Ehe» und trat in Reality-Shows auf, wo erwachsene Zuschauer über Stodden lachten oder ihr nachgeiferten.
Denn der Teenager zeigte sich stets stark geschminkt, die Kleider waren eng, die High Heels hoch. Ihre Brüste wurden sogar vor laufender Kamera bei einer Ultraschalluntersuchung durchleuchtet, um zu beweisen, dass sie echt waren.
Gleichzeitig wurde betont, dass sie vorher noch nie einen Freund hatte. Das stimmte, wie Courtney heute sagt.
«Ich war Jungfrau. Emotional noch ein Kind. Und zu jung, um zu begreifen, was mir über Jahre hinweg hinter verschlossenen Türen widerfahren würde», schreibt sie auf Instagram. Denn: «Nur weil ein Kind ‹Ja› sagt, bedeutet das nicht, dass es das Konzept der Zustimmung versteht.»
Bei vielen fällt erst jetzt der Groschen
Auch Promis spielten bei dem grotesken Geschehen damals mit. In einem Sketch der Comedy-Seite «Funny or Die» begrapschte der damals 52-jährige «Seinfeld»-Star Jason Alexander sie und meinte, sobald sie 18 sei, würde er mit ihr machen, was er wollte.
Stodden schilderte kürzlich auf Instagram, wie «allein» und ausgenutzt sie sich damals gefühlt habe. Jetzt hat sich der Schauspieler entschuldigt. Er stimme «voll und ganz zu», dass es unangemessen war, «und ich bereue es zutiefst», schreibt er laut «Variety» in einem Statement.
«Aber noch wichtiger ist: Es tut mir leid, welchen Schaden oder welches Leid ich Frau Stodden damit zugefügt habe. Ich bitte sie aufrichtig um Entschuldigung.»

Die heute 31-Jährige ist angenehm überrascht. Gegenüber «Variety» sagt sie: «Ich bin sehr erstaunt darüber, dass ein Erwachsener tatsächlich Verantwortung übernehmen konnte, denn ich habe bisher nur wenige Erwachsene erlebt, die das getan haben.»
Die Vergangenheit kann sie nicht ändern, die Zukunft aber schon
Es sei der erste Schritt zu einem Wandel, meint sie. «Ich fände es noch besser, wenn er diesen Worten Taten folgen liesse. Darum möchte ich Jason Alexander dazu aufrufen, den Gesetzentwurf AB 1267 und die aktuellen Entwicklungen in Kalifornien zu unterstützen oder sogar an die Organisation ‹Unchained At Last› zu spenden.»
Denn mittlerweile setzt sich Stodden mit dieser Organisation lautstark gegen Kinderehen ein – die in mehreren US-Staaten mit elterlicher Zustimmung nach wie vor erlaubt sind. Der Gesetzentwurf AB 1267 will das Mindestalter für eine Heirat auf 18 Jahre festlegen.
Ihre eigene Ehe mit Hutchison endete 2013 mit der Trennung, 2020 folgte die Scheidung. «Auch wenn ich nicht wie ein Kind oder wie das typische ‹Opfer› aussah – tief in mir drin steckte ein Kind. Ich habe den Erwachsenen um mich herum einfach vertraut, und das ist das Ergebnis davon», sagt sie heute. Es gehe ihr nun nicht darum, ihre Vergangenheit aufzurollen, sondern darum, die Erfahrungen für Minderjährige in Zukunft zu ändern.



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