Eine Bezeichnung für seinen Arbeitsbereich gibt es nicht. Textildesigner, Musiker, Keramiker, Videokünstler? Der Schweizer Christoph Hefti ist ein Gesamtkunstwerker im buchstäblichen Sinn. Nicht umsonst liessen sich renommierte Modehäuser wie Jean Paul Gaultier oder Balenciaga von ihm inspirieren. Doch Hefti, Reisender zwischen Zürich, Brüssel und Nepal, hat trotz seiner Erfolge der Modewelt den Rücken gedreht und steht jetzt - auf dem Teppich.
Der neueste Teppich, der erstmals ausgestellt wird, zeigt ein Katzenmotiv, und nicht ganz zufällig heisst die Einzelausstellung im Zürcher Museum für Gestaltung, wo für den Künstler alles begann, «The Missing Cat». Doch Heftis Teppiche haben nichts zu tun mit der Auslegeware, die wir zuhause so um uns haben. Seine Werke sind ein mystisch-magischer Wildwuchs von Garnen mit einem Schuss Surrealismus. Augen äugen und Masken marodieren durchs Werk. Heftis Textile sind Bühnen.
Hergestellt werden die Kunstwerke in Kathmandu von traditionellen Weberinnen, Fair trade garantiert und gerechte Bezahlung. Zehn Zentimeter wächst das Teil aus tibetischen Knoten jeden Tag, erst nach Monaten hat es seine finale Form. Die Entwicklung eines Hefti-Teppichs von der Skizze bis zum fertigen Objekt, zeigt in der Ausstellung ein Film. In Kombination mit seinen Videos ist diese fabulöse Hefti-Show ganz wie Hefti selbst: Ein Zwitterwesen zwischen Entertainment und sozialer Aktion.
Museum für Gestaltung Zürich, bis 3.1.2027.




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