Fehldiagnose

Christina Applegate hat doch keine MS – jetzt steht sie wieder vor einem Rätsel

2021 wurde bei US‑Schauspielerin Christina Applegate Multiple Sklerose (MS) diagnostiziert. Nun stellt sich heraus, dass sie gar nicht an der Krankheit leidet. Ihre schweren gesundheitlichen Beschwerden bestehen aber weiterhin und eine Ursache wurde noch nicht gefunden.

Nach der Diagnose 2021 hatte Applegate ein Label für ihre gesundheitlichen Beschwerden und wurde gar zu einem der Gesichter von MS. Sie lancierte gar einen Podcast mit dem Namen «MeSsy», in dem sie über ihre Krankheit und das Leben damit sprach. In den beiden neuesten Folgen des Podcasts machte sie nun öffentlich, dass sie doch keine MS hat. Es war eine Fehldiagnose, und sie weiss noch immer nicht, was ihre Beschwerden auslöst.

Wie sie mit der Korrektur ihrer Diagnose umgeht, erzählte sie in ihrem Podcast, wie «People» berichtet. Ihre Ärztin habe ihr mitgeteilt, dass sie keine multiple Sklerose habe. Applegate müsse sich nun weiteren ärztlichen Untersuchungen unterziehen, um herauszufinden, was hinter den Beschwerden steckt, unter denen Applegate seit 2021 leidet.

Fehldiagnose sehr häufig

Neurologin Marwa Kaisey war als Podcast-Gast in der Folge dabei und erklärte, dass Fehldiagnosen bei Multipler Sklerose relativ häufig seien. Bei fast jedem fünften Menschen mit einer solchen Diagnose stelle sich später heraus, dass die Krankheit nicht vorliege. Der Grund dafür sei, dass es keinen einzelnen Test gebe, mit dem sich multiple Sklerose eindeutig feststellen lasse. «Es ist nicht wie bei einem Schwangerschaftstest, der ein klares Ja oder Nein liefert. Stattdessen müssen mehrere Kriterien erfüllt sein», erklärt die Neurologin.

Diese Nachricht sei allerdings keine Erleichterung gewesen, denn: «Nur weil sich herausstellt, dass man eine falsche Diagnose erhalten hat, geht es einem nicht plötzlich besser. Mir geht es nicht besser! Wenn überhaupt, geht es mir schlechter.» Nun stehe sie wieder bei null und wisse nicht, was die Beschwerden auslösen.

«Ich habe alles verloren.»

Die Beschwerden haben Christina Applegate stark eingeschränkt. Sie ist in eine schwere Depression geraten und hat ihre Arbeit verloren. «Ich habe alles verloren. Die Krankheit hat mein Leben zum Stillstand gebracht», sagt sie im Podcast unter Tränen. Sie sei noch immer auf einen Rollstuhl angewiesen und könne keine grösseren Strecken zurücklegen. Die neue Diagnose ändere daran nichts. «Es ist kein Wunder geschehen, als sie sagte: ‹Sie haben keine MS.› Überhaupt nichts.» Die Beschwerden seien immer noch da.

Auch habe sie ein Stück Gemeinschaft verloren, weil sie sich nach der Fehldiagnose in der Gemeinschaft von Menschen mit Multipler Sklerose nicht mehr richtig zugehörig fühle. «Ich habe das Gefühl, alle enttäuscht zu haben», sagte Applegate. «Und jetzt habe ich keine Erklärung mehr. Das ist sehr beunruhigend und verwirrend für mich.» (dpa)

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