Einer der letzten Fernsehhelden geht an diesem Sonntag in Pension. Klaus Borowski aus Kiel, gespielt von Axel Milberg, war einer jener Kommissare, denen man nur schon gerne zuschaute, wenn sie einfach nur schauten. Ausdruckslos und doch mit grosser menschlicher Wärme.
An der Seite intuitiv geschulter Psychologinnen (Maren Eggert als Frieda Jung) und Kommissarinnen (Sibel Kekilli als Sarah Brandt und zuletzt Almila Bagriacik als Mila Sahin) durchblickte das Nordlicht während über 20 Jahren die Tragweite menschlicher Tragödien mehr als andere. Die Borowski-Folgen, die zu Beginn aus der Feder von Milbergs Freund Henning Mankell kamen, sind bis zur letzten Folge von dieser skandinavischen Düsternis geprägt.
In der Abschiedsfolge «Borowski und das Haupt der Medusa» weckt die Fotografie eines unheimlichen Hauses, an dem Borowski in seiner Jugend oft vorbeispaziert war, alte Erinnerungen. Ein erwachsenes Muttersöhnchen lebt dort mit seiner Mutter in einem inzestuösen Verhältnis. Die eigene Mutter wird zur Medusa für die jungen Frauen, die ihrem Bobbele zu nahe kommen.
In der fortschreitenden Geschichte verliert nicht nur die Medusen-Mutter ihren Kopf durch ihren zum Serienmörder mutierten Sohn, sondern auch Borowski und seine Kollegin Mila Sahin kämpfen mit Anzeichen der Kopflosigkeit. Konzentrationsschwächen und kopflose Aktionen häufen sich. Ist Borowski reif für die Insel? Alles Täuschung. Am Ende greift er zu einem genialen Trick.
«Tatort»: «Borowski und das Haupt der Medusa». SRF1, So, 16.3., 20.05 Uhr.
Fünf Sterne.

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