Blues-Festival

Mit 19 schon Hauptact, internationale Anerkennung mit fast 80 Jahren – die Geschichte des Blues dreht sich immer weiter

Ein erst 19-Jähriger mit Karriere im Aufwind, ein Soulsänger, der jahrzehntelang unter dem Radar flog, und ein entfesselter Showman, der auf dem «Elvis»-Soundtrack als Little Richard verewigt ist. Hier das Programm des 31. Lucerne Blues Festival.

Der erst 19-jährige Harrell «Young Rell» Davenport war 2024 schon einmal am Lucerne Blues Festival. Damals kam der Sänger, Gitarrist und Blues-Harp-Spieler aus Mississippi in Begleitung seiner Mutter und verstärkte die «Nola Blue Revue»-Band. Jetzt steht er als eigener Act auf dem Programm. So dreht sich die Geschichte des Blues und auch die des Lucerne Blues Festival immer weiter.

Altersmässig auf der anderen Seite des Spektrums steht der 84-jährige Soulsänger Sonny Green. Und dessen Geschichte ist ziemlich unglaublich: Er ist kein wiederentdeckter ehemaliger Star, sondern hat mehr als sechs Jahrzehnte professionell gesungen, ohne je wirklich berühmt zu werden. Erst mit Ende 70 veröffentlichte er sein erstes Album. Es heisst «Found! One Soul Singer» (2020). Über ihn lesen Sie mehr zu einem späteren Zeitpunkt.

Explosive Bühnenpräsenz

Les Greene, Mitte 30, ist ein extrovertierter, ausgesprochen körperlicher Live-Performer in der Tradition des frühen schwarzen Rock ’n’ Roll und Rhythm and Blues. Er wurde entscheidend von Little Richard und James Brown beeinflusst, aber auch von Freddie Mercury und dem Motown-Sound.

Im Spielfilm «Elvis» (2022) von Baz Luhrmann spielt Les Greene eine Rolle. Er ist indes nicht als Darsteller aufgeführt – hier gab es eine klare Rollenteilung: Während Alton Mason Little Richard spielte, lieferte Les Greene die stimmliche Performance von «Tutti Frutti». Für Little Richards Stimme suchten die Produzenten jemanden, der dessen aussergewöhnlichen Gesang glaubwürdig reproduzieren konnte. Offenbar fand man Greene auf Youtube und holte ihn für die Aufnahme nach Nashville. Der Little-Richard-Klassiker, gesungen von Les Greene, findet sich auch auf dem Soundtrack.

Seit ungefähr zehn Jahren ist er praktisch ununterbrochen als Livemusiker unterwegs. Er hat auch eine weichere, verletzlichere (Retro-)Soulseite, die er auf dem jüngst erschienenen Album «Grey & Greene» mit Grey DeLisle verstärkt zeigt, etwa im Song «I’m Gonna Let You Call Me Baby».

Weiter hebt das Blues-Festival bekannte Namen hervor: Blues- und Soul-Sängerin Janiva Magness, zum dritten Mal in Luzern, Sänger, Blues-Harp-Spieler und Akkordeonist Johnny Sansone, zum zweiten Mal in Luzern, oder die Jump-Blues- und Swing-Band Roomful of Blues. Mit dabei sind auch die Preisträgerin des European Blues Contest aus Norwegen, Adama Janlo, oder die Swiss-Blues-Award-Gewinnerin Justina Lee Brown.

31. Lucerne Blues Festival: Samstag, 7. bis Sonntag, 15. November; das ganze Programm finden Sie auf www.bluesfestival.ch, der Vorverkauf ist eröffnet.

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