Von Siebenthals Fehlgriff bei Skiwahl

LANGLAUF ⋅ Nathalie von Siebenthal muss ihre Ambitionen auf eine Top-8-Klassierung in der Tour de Ski begraben. Im Massenstart-Rennen über 10 km klassisch in Oberstdorf ist sie nach falscher Skiwahl chancenlos.

Aktualisiert: 
02.01.2019, 14:35
02. Januar 2019, 13:02

Die Startnummer 13 brachte der Berner Oberländerin kein Glück. Die 25-Jährige verlor früh den Anschluss, stürzte nach der Abfahrt im Zielgelände und büsste als 40. 2:44 Minuten auf die Siegerin und neue Leaderin Ingvild Flugstad Östberg ein. In der Overall-Wertung fiel die Schweizerin in den 22. Rang zurück, die Hypothek beträgt 5:06 Minuten.

2017 und 2018 kam Von Siebenthal jeweils als Achte oben auf der Alpe Cermis an. Beim Finale 2019 wird die Schweizerin kaum unter den Top Ten einlaufen, auch wenn einige vor ihr klassierten Sprinterinnen noch aussteigen werden - unter anderen Nadine Fähndrich.

Von Siebenthal entschied sich bei leichtem Schneeregen für einen Klister-Ski. Ein Fehler. Die Schweizerin kämpfte gegen Stollenbildung, sie war im Materialbereich schlicht nicht konkurrenzfähig. "Ein Rennen zum Vergessen. Dieses Resultat hat nichts mit meiner Form zu tun", sagte sie. Beim Einlaufen hatte sie noch drei No-Wax-Ski getestet, aber keinen Halt in den Aufstiegen gefunden. "Ich stand vor der Wahl zwischen null Grip oder Stollen: Ich entschied mich für Stollen", fügte sie an. Rasch wurde ihr aber klar, dass sie sich im Material vergriffen hatte. Fähndrich hingegen wählte die risikoreichere Variante No-Wax. Als 28. war sie denn auch besser klassiert als Von Siebenthal.

Deutliche Zäsur

In der Regel selektiert ein Massenstart-Rennen kaum. Diesmal war es anders. Die Materialwahl, der Wind und die ruppigen Anstiege sorgten für eine unerwartet klare Zäsur. Die Amerikanerin Jessica Diggins, die vormalige Leaderin der Tour de Ski, verlor als Elfte fast eine Minute und musste die Gesamtführung an Östberg abtreten. Diggins' Rückstand als Viertklassierte der Tour-Wertung auf die 28-jährige Norwegerin, die sich zudem 30 Bonussekunden einstrich, beträgt bereits 1:26 Minuten.

Östberg muss auf dem Weg zu ihrem ersten Tour-de-Ski-Sieg die beiden Russinnen Natalia Neprjajewa (0:24 Minuten Rückstand) und Julia Belorukowa (1:11) in Schach halten. Am Donnerstag steht ein Verfolgungsrennen an. Die Top 3 werden wohl alle solo laufen, da sie mit einem Abstand von rund einer halben Minute ins Rennen geschickt werden. Ein Taktieren ist nicht gross möglich. (sda)


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