Schweizer Ruderer gut aufgestellt

RUDERN ⋅ Die Schweizer Ruderer bestreiten am Wochenende an der internationalen Wedau-Regatta in Duisburg die Hauptprobe für die Heim-EM in Luzern (31. Mai bis 2. Juni). Es ist durchaus Optimismus angebracht.

10. Mai 2019, 09:58

Swiss Rowing blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2018 zurück. An den Europameisterschaften in Glasgow gab es je zwei Gold- und Bronzemedaillen, von den Weltmeisterschaften in Plovdiv kehrten die Schweizer mit dreimal Silber zurück.

An diese Erfolge soll angeknüpft werden. "Wir verbrachten einen sehr guten Winter mit guten Trainingslagern", sagte Verbandsdirektor Christian Stofer. "Wir sind zuversichtlich, dass wir aktuell einen guten Stand haben." Dafür sprechen die Resultate Mitte April an der internationalen Regatta in Piediluco, wo die Schweizer neun Podestplätze erreichten.

Die Aushängeschilder sind nahezu die gleichen wie bisher, die Trials gingen ohne nennenswerte Überraschungen über die Bühne. Als grösste Hoffnungsträger gelten die Skifferin Jeannine Gmelin, die in den letzten zwei Jahren bloss ein Rennen verlor, der Doppelzweier Roman Röösli/Barnabé Delarze und der Leichtgewichts-Doppelzweier der Frauen mit Frédérique Rol und Patricia Merz.

Einer fehlt in dieser Auflistung: Michael Schmid, der 2018 EM-Gold sowie WM-Silber in der nicht-olympischen Disziplin Leichtgewichts-Einer holte. Der 31-jährige Luzerner entschied sich für einen Wechsel in die offene Kategorie, der bislang nicht wie gewünscht gelungen ist. "Er ist überhaupt nicht dort, wo er sein will", erklärte Stofer. Von daher dürften Schmid in diesem Jahr kaum weitere Top-Resultate gelingen.

Ein kleines Fragezeichen steht auch hinter Gmelin, die turbulente Zeiten hinter sich hat. Die Weltmeisterin von 2017 und WM-Zweite von 2018 trainiert seit Februar ausserhalb der Verbandsstruktur mit einem privaten Team. Der Grund dafür ist die Entlassung von Frauen-Nationaltrainer Robin Dowell Ende Januar. Der Engländer war für Gmelin das "wichtigste Tool. Ich feierte mit ihm die grössten Erfolge." Dowell betreut sie nun weiterhin auf Mandatsbasis, während sie an den Wettkämpfen normal im Schweizer Team integriert ist.

Das Ganze ist jedoch selbstredend nicht spurlos an der 28-jährigen Zürcherin vorbeigegangen: Physisch ist sie zwar auf einem guten Niveau, "mental hat mich das Ganze aber sehr, sehr viel Energie gekostet. Es hinterliess Spuren und wird nicht von heute auf morgen wieder gut sein, auch wenn alles geregelt ist." Insofern darf man gespannt sein auf den Auftritt von Gmelin in Duisburg, zumal auch die österreichische WM-Dritte Magdalena Lobnig gemeldet ist.

Die Schweizer entschieden sich für die Rennen in Deutschland, obwohl gleichzeitig in Plovdiv die erste Weltcup-Regatta über die Bühne geht. In Bulgarien ist die Besetzung nicht sonderlich gut. Deshalb kamen die Verantwortlichen zum Schluss, dass "es für uns mehr Optionen gibt, und wir mehr Erkenntnisse erhalten, wenn wir nach Duisburg gehen", sagte Stofer. Ausserdem sei der zeitliche Aufwand geringer.

Danach wird Swiss Rowing die Selektionen für die Heim-EM vornehmen. In Luzern ist der Gewinn von zwei Medaillen das Ziel, und insgesamt vier Boote sollen den Einzug in den A-Final (Top 6) schaffen. Vom 25. August bis 1. September findet dann die WM in Linz-Ottensheim statt. In Österreich wird ein Grossteil der Quotenplätze für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio vergeben, wovon der Schweizer Verband deren drei anstrebt. (sda)


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