Schweizer Fed-Cup-Team schlägt Italien klar

FED CUP ⋅ Das Schweizer Fed-Cup-Team setzt sich in Biel gegen Italien klar 3:0 durch. Den dritten Punkt holt Belinda Bencic mit einem 6:2, 6:4-Sieg gegen Camila Giorgi.

Aktualisiert: 
10.02.2019, 22:30
10. Februar 2019, 13:30

Die 21-jährige Ostschweizerin (WTA 45) liess der 17 Plätze höher klassierten Wimbledon-Viertelfinalistin keine Chance. Vom 1:2 im ersten bis zum 2:0 im zweiten Satz gewann Bencic sieben Games in Serie. Danach liess sie die unberechenbare Italienerin, die in Biel nicht ihr Sonntagsgesicht zeigte, nie mehr ins Spiel kommen. Nach nur 67 Minuten verwertete die Schweizerin gleich ihren ersten Matchball.

Das letzte Game war symptomatisch für den enttäuschenden Auftritt Giorgis, die nach zwei Jahren Absenz ins Fed-Cup-Team zurückkehrte - wohl eher, um für die Olympischen Spiele 2020 qualifiziert zu sein als mit grossen Ambitionen. Sie beging vier unerzwungene Fehler und brachte ihr Total so auf 31. Bencic zeigte hingegen wie schon am Samstag gegen Sara Errani einen konzentrierten und souveränen Auftritt. Im Gegensatz zur Italienerin erfüllte sie ihre Rolle als Teamleaderin perfekt.

"Die Atmosphäre im Team stimmt", bestätigte die strahlende Belinda Bencic. "Es war eine Superwoche, in der alles gestimmt hat." Sie strich aber auch heraus, dass eben alle fit sein müssten. Das war im letzten Jahr nicht der Fall, als Bencic verletzungshalber fehlte. Nach einer sorgenfreien Saisonvorbereitung und guten Resultaten zum Jahresauftakt in Australien stimmt bei der in Wollerau wohnhaften Bencic auch das Selbstvertrauen wieder.

Überhaupt zeigten die Schweizerinnen, die im letzten Jahr gegen Rumänien mit der damaligen Weltranglistenersten Simona Halep aus der Weltgruppe I abgestiegen waren, in der Swiss Tennis Arena einen äusserst überzeugenden Auftritt. Dazu trug auch Viktorija Golubic (WTA 101) mit ihrem Dreisatz-Erfolg gegen Giorgi am Samstag bei. Sie rechtfertigte damit ihre Nomination auf Kosten von Stefanie Vögele oder Timea Bacsinszky vollauf. Die Schweizerinnen brillierten aber vor allem auch mit ihrem Teamgeist.

Gegen alle eine Chance

Nun spielt das Team von Captain Heinz Günthardt am 20. und 21. April um die Rückkehr in die Weltgruppe I der besten acht Nationen. Einfach wird dies nicht. Je nachdem, ob die Schweizerinnen gesetzt sind, heissen die möglichen Gegner Deutschland, Belgien, Lettland, Spanien, Kanada, Tschechien sowie USA oder Australien.

Für Günthardt ist aber alles möglich. "Wenn alle fit sind, sind wir stark genug, um gegen jeden Gegner zu bestehen", glaubt der Zürcher, der am Freitag seinen 60. Geburtstag feierte. Seine "Girls" machten ihm das perfekte Geschenk. "Sie haben super gespielt", freute sich der ehemalige Coach von Steffi Graf. "Italien war ein schwieriger Gegner. Die Girls haben es einfach aussehen lassen, weil sie so gut spielten." (sda)


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