Die Schweiz liegt gegen Russland 0:2 zurück

DAVIS CUP ⋅ Die Schweiz liegt nach dem 1. Davis-Cup-Tag der Erstrunden-Begegnung gegen Russland 0:2 zurück. Laaksonen verliert gegen Medwedew 6:7 (8:10), 7:6 (8:6), 2:6, Hüsler unterliegt Chatschanow 3:6, 5:7.

Aktualisiert: 
01.02.2019, 19:40
01. Februar 2019, 16:44

Mit den zwei Niederlagen am ersten Tag musste man im Schweizer Camp rechnen. An den Weltranglisten-Positionen gemessen standen in der Swiss Tennis Arena in Biel zwei ungleiche Duell an. Im zweiten kam der Weltranglisten-Elfte Karen Chatschanow zum erwarteten diskussionslosen Sieg gegen den Zürcher Marc-Andrea Hüsler, die Nummer 337 der Welt. Im ersten Match vor etwa 1500 Zuschauern verpasste die Schweiz hingegen den Punkt nur knapp. Henri Laaksonen, im ATP-Ranking als Nummer 142 geführt, forderte dem 126 Plätze besser klassierten Daniil Medwedew alles ab und hätte sogar in zwei Sätzen gewinnen können.

"Ich habe zwei Sätze lang gut mitgehalten. Es ist schade, dass ich meine Möglichkeiten nicht genutzt", analysierte der Schweizer Teamleader den Match. In den ersten beiden Sätzen war er der bessere Spieler gewesen, spielte druckvoll und präzise, während sich Medwedew sehr schwer tat und phasenweise genervt schien. Die verpassten Chancen kosteten Laaksonen den ersten Satz. Er führte 3:1 und hatte zwei Möglichkeiten für einen zweiten Servicedurchbruch. Im Tiebreak war er 3:0 voraus und vergab etwas später einen Satzball mit einem Fehler nach einem langen Ballwechsel.

Laaksonen liess sich vom brutalen Szenario im ersten Satz nicht aus der Bahn werfen. Er wirkte danach sogar noch eine Spur entschlossener und war beim Service unantastbar. Den Tiebreak entschied er nach abgewehrtem Matchball für sich. Nach dem Satzausgleich folgte aber ein Bruch in seinem Spiel, er machte mehr Fehler und nach und nach begann Medwedew die Partie in den Griff zu bekommen. Rasch führte der Moskauer mit 3:0.

Medwedew war am Ende einfach froh, gewonnen zu haben. "Ich weiss nicht, was den Unterschied ausgemacht hat", gab der Wahl-Monegasse auf französisch zu. "Ich habe schlecht gespielt und einfach versucht, über den Kampf ins Spiel zu finden." Wie ausgeglichen die Partie verlief, zeigt das Punkteverhältnis von 116:116 nach dem zweieinhalbstündigen Duell.

Für Laaksonen, der im letzten Monat beim Australian Open seinen ersten Match auf Grand-Slam-Niveau gewonnen hatte, war es trotz der Niederlage ein weiterer Schritt in die "richtige Richtung". Er habe zwischen den Saisons hart gearbeitet, speziell seinen Aufschlag und seine Physis verbessert: "Nun will ich zurück in die Top 100 und bis zum Karriereende dort bleiben."

Captain Severin Lüthi war von der Vorstellung von Laaksonen angetan: "Er hat gut gespielt und sich auch gepusht." Im dritten Satz habe ihm ein bisschen Energie und Konzentration gefehlt. Für das zweite Einzel hatte Lüthi gehofft, dass Marc-Andrea Hüsler, sich dank seinem guten Service lang im Spiel halten könne. Doch der Zürcher gab schon früh seinen Service ab, und im zweiten Satz verpasste er das Tiebreak wegen eines schlechten letzten Games, das er selber als katastrophal bezeichnete. Selber kam er in der 78 Minuten langen Partien gegen Chatschanow, den Sieger des letzten Masters-1000-Turniers in Paris-Bercy, zu keiner Breakchance.

Durch die beiden Niederlagen sind die ohnehin kleinen Chance auf ein Weiterkommen der Schweizer weiter gesunken. "Wir müssen aber weiter daran glauben", sagte Lüthi. Am Samstag spielt das Schweizer Team zunächst im Doppel darum, in der Partie zu bleiben, bevor nochmals zwei Einzel programmiert sind. (sda)


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