YB-Erfolgstrainer Hütter zu Frankfurt

SUPER LEAGUE ⋅ Schweizer Meister Young Boys verliert seinen Erfolgstrainer Adi Hütter. Der Verein bestätigt den Wechsel des Vorarlbergers auf die kommende Saison in die deutsche Bundesliga zu Eintracht Frankfurt.

Aktualisiert: 
16.05.2018, 18:56
16. Mai 2018, 16:13

Hütter war der wichtigste Baustein auf dem Weg der Young Boys zum ersten Meistertitel seit 1986. Im September 2015 hatte er bei YB die Nachfolge von Uli Forte und dem Interimstrainer und jetzigen Assistenten Harald Gämperle als Trainer angetreten und formte zusammen mit Sportchef Christoph Spycher die Mannschaft, die in diesem Frühjahr den FC Basel entthronte. Am Sonntag in einer Woche bietet sich den Bernern zudem mit einem Sieg im Cupfinal gegen den FC Zürich die Chance, das Double zu gewinnen.

Bei Frankfurt mit dem Schweizer Internationalen Gelson Fernandes wird Hütter die Nachfolge von Niko Kovac antreten, der zu Bayern München wechselt. Unter Kovac erreichten die Hessen zum zweiten Mal in Folge den Cupfinal (19. Mai), die am Wochenende zu Ende gegangene Bundesliga schlossen sie nach einem sportlichen Einbruch in den letzten Wochen im 8. Rang ab.

In Bern kommt der Abgang Hütters nicht überraschend. Der Österreicher, der 2015 mit Salzburg das Double gewonnen hatte, machte nie ein Geheimnis daraus, dass ihn sein Weg als Trainer einst in die Bundesliga führen soll. Im Winter war er mit Werder Bremen in Verbindung gebracht worden, worauf der Österreicher aber ein vorläufiges Bekenntnis zu YB abgab und seinen Vertrag vorzeitig um ein weiteres Jahr bis 2019 verlängerte. "Nun kam erneut ein Angebot, und diesmal wollte ich die Chance Bundesliga am Schopf packen und mir diesen Traum erfüllen", teilte der Vorarlberger mit.

Hütter habe den Verein immer über den Stand seiner Verhandlungen mit der Eintracht informiert, erklärte Sportchef Christoph Spycher. "Emotional habe ich natürlich gehofft, den Weg mit Adi Hütter gemeinsam weiterzugehen. Rational war mir jedoch klar, dass es bei einer Anfrage eines Traditionsklubs schwierig für uns wird", so Spycher, der selber während fünf Jahren bei der Eintracht als Spieler tätig war. Hütters Abgang traf YB nicht ganz unvorbereitet, dementsprechend habe man einige mögliche Lösungen bereits im Auge. Verhandlungen hätten gemäss Spycher aber aus Respekt vor dem 48-jährigen Vorarlberger noch keine stattgefunden.

Laut deutschen Medien kommt die Wahl Hütters einem Coup gleich. "Das ist ein kleiner Paukenschlag, zumindest aber eine faustdicke Überraschung", schrieb die "Frankfurter Rundschau". Als mögliche Kandidaten für die Nachfolge Kovacs waren in den letzten Tagen die Namen Slaven Bilic, David Wagner und Ralph Hasenhüttl gehandelt worden. (sda)


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