Klopps Psychospiele mit Pep

ENGLAND ⋅ Liverpools Trainer Jürgen Klopp kann zuversichtlich in das Gipfeltreffen mit Pep Guardiola und Verfolger Manchester City gehen. Beim glanzvollen 5:1 gegen Arsenal rührt ihn sein Team zu Tränen.

30. Dezember 2018, 12:45

Schon während der Partie kamen Jürgen Klopp die Tränen, nach Schlusspfiff klopfte sich der sichtbar gerührte Coach vom FC Liverpool immer wieder aufs Herz und warf Kusshände ins Publikum. Trotz des emotionalen Jahresausklangs bei der 5:1-Demontage von Arsenal wollte der Ex-Dortmunder vor dem Gipfeltreffen mit Manchester City und Pep Guardiola aber weiter nichts vom Titel wissen. "Ich bin nicht die klügste Person der Welt, aber ich bin wirklich kein Idiot", sagte Klopp nach Liverpools achtem Pflichtspielsieg in Serie. "Es ist wirklich nicht wichtig, wie viele Punkte du im Dezember vorne liegst."

Mit der Demonstration seiner Offensivstärke um Dreifachtorschütze Roberto Firmino sowie Mohamed Salah und Sadio Mané, die jeweils einmal trafen, und dem spielfreudigen Xherdan Shaqiri im Mittelfeld dahinter erhöhte der souveräne Leader der Premier League den Druck auf ManCity. Sollten die weiter ungeschlagenen Reds das Duell am 3. Januar beim Verfolger gewinnen, bräuchte das Team von Pep Guardiola bei einem zweistelligen Punkterückstand schon eine immense Aufholjagd. "Es ist ein Marathon, den wir laufen", warnte Klopp dennoch.

Guardiola stimmt in die ersten Psychospielchen mit ein - und schob die Favoritenrolle direkt wieder dem Kontrahenten zu. "Was können wir sagen, wenn Liverpool neunmal keinen Gegentreffer bekommt und viele Tore erzielt. Wir können damit nicht mithalten, wenn wir uns mit ihnen vergleichen", gestand der Katalane vor dem Auftritt seiner Mannschaft am Sonntagnachmittag in Southampton.

Selbstloser Salah rührt Klopp

Wenn Klopps Team in Bestform aufläuft, gibt es derzeit kaum einen Gegner, der mit der Angriffsstärke der Reds zurecht kommt. Die Arsenal-Verteidigung mit Stephan Lichtsteiner auf der rechten Seite war nach der eigenen Führung durch Ainsley Maitland-Niles (11. Minute) heillos überfordert. Liverpool konnte sich sogar aussuchen, wer jubeln durfte: Salah überliess Roberto Firmino den Ball vor dem Penalty zum 5:1. "Ich habe fast geweint, weil wir alle wissen, wie sehr Mo Tore schiessen will", sagte Klopp.

In Abwesenheit des an Knieproblemen leidenden Mesut Özil blieb Arsenals Angriffsspiel ohne Inspiration. Stürmer Pierre-Emerick Aubamayeng kam lediglich auf 13 Ballberührungen - sechs davon bei Anstössen. "Wir haben genug Qualität, auch wenn jemand verletzt ist", sagte Bernd Leno dennoch. Obwohl den bemitleidenswerten Ex-Leverkusener bei keinem Gegentreffer die Schuld traf, steht er dennoch in der Kritik. "Leno hat es nicht mal ins deutsche Nationalteam geschafft", sagte der langjährige Arsenal-Verteidiger Martin Keown. "Ist er besser als Petr Cech? Nein, ich denke nicht, aber Petr Cech hat seit September nicht mehr in der Liga gespielt." (sda/dpa)


Login


 

Leserkommentare