EVZ-Stürmer Sven Leuenberger: «Wir waren das bessere Team»

SPORT ⋅ Zwar startete der EV Zug mit einem 3:2-Heimsieg gegen Lugano überzeugend in die Playoffs. Die letzten Minuten gilt es aber aufzuarbeiten.

10. März 2019, 21:25

Qualifikationssieger Bern und Zug standen bereits knapp einen Monat vor dem Ende der Regular Season als Playoff-Teilnehmer fest. Das wirkte sich, was menschlich ist, auf die Leistungen in den letzten Partien aus. Insofern galt es für beide Teams, den Schalter wieder umzulegen. Dass das nicht so einfach ist, bekam Topfavorit SCB zu spüren, der mit einer 0:2-Heimniederlage gegen Genève-Servette in die entscheidende Meisterschaftsphase startete.

Die Zuger dagegen schafften auf eindrückliche Weise den schwierigen Spagat. Sie traten wieder so auf, wie sie das während der Regular Season oft getan hatten, setzten Lugano mit aggressivem Spiel unter Druck. Trainer Dan Tangnes lobte die Geduld seiner Mannschaft. Denn ein Manko gab es: die Effizienz. Die Zentralschweizer hätten die Partie schon früher entscheiden können. Stattdessen mussten sie nach dem 2:3 (57. Minute) noch zittern und wurden von den Bianconeri in der Folge mächtig unter Druck gesetzt.

Martschini lobt die Fans

Genau das sprach Lino Martschini, der Torschütze zum wichtigen 1:0 (3.), an: «Es ging diesmal nochmals gut. Wir müssen sicher ­gewisse Sachen anschauen. Wir liessen ihnen am Ende zu viel Raum.» In diesen Momenten ­gelte es, cleverer zu spielen. Im Grossen und Ganzen hätten sie aber eine gute Leistung gezeigt. Ausserdem lobte er die Fans, die ihnen Schwung gegeben hätten. Tatsächlich war zu spüren, wie gross der Hunger in Zug nach dem zweiten Meistertitel nach 1998 ist.

Ein Plus der Zentralschweizer im Vergleich zum vergangenen Jahr, als sie im Viertelfinal mit 1:4 Siegen am späteren Meister ZSC Lions scheiterten, ist sicherlich die grössere Breite. Der erst 20-jährige Sven Leuenberger, der in dieser Saison den Sprung in die erste Mannschaft geschafft hat, erhielt in seinem ersten Playoff-Spiel in der höchsten Liga immerhin knapp zehn Minuten Einsatzzeit und liess sich beim 2:0 von Dario Simion (7.) einen Assist gutschreiben. Mit den Verteidigern Jesse Zgraggen und Livio Stadler erlebten zwei weitere Schweizer eine Playoff-Premiere in der ­National League (zuvor NLA).

Schwierige Aufgabe am Dienstag

«Es war sicher speziell. Zu Beginn war ich etwas nervös», gab Leuenberger zu. Er habe aber gut in die Partie gefunden. «Danach war es wie jedes andere Spiel, einfach etwas intensiver.» Leuenberger bildete als Center zusammen mit Simion und Dominic Lammer die dritte Linie, die nicht nur wegen des Tores eine gute Leistung zeigte. «Wir waren das bessere Team, hatten die besseren Chancen», urteilte Leuenberger. «Wenn wir hinten so stehen wie am Samstag, dann kommt es gut.» Er warnte aber gleich im Stile eines Routiniers: «Wir dürfen den Sieg nicht überbewerten.» Tatsächlich wartet morgen Dienstag vor den heissblütigen Fans in Lugano eine schwierige Aufgabe auf die Zuger. «Das nächste Spiel wird ein extremer Krampf», ist Captain Raphael Diaz überzeugt.

EVZ-Urgestein Fabian Schnyder sprach davon, dass Lugano zu Hause unglaublich sei. «Wir müssen vor dem Tor dagegenhalten, sie rausboxen. Vor allem aber müssen wir unser Spiel spielen und alle Mätzchen weglassen. Das schadet nur. Chancen haben wir, das wissen wir.»

Playoffs, Viertelfinals (best of 7). 1. Runde vom Samstag: Bern (1. nach der Qualifikation) – Genève-Servette (8.) 0:2. Zug (2.) – Lugano (7.) 3:2. Lausanne (3.) – SCL Tigers (6.) 1:5. Biel (4.) – Ambri-Piotta (5.) 3:1.

2. Runde, Dienstag, 20.00: Genève-Servette – Bern, Lugano – Zug, SCL Tigers – Lausanne, Ambri-Piotta – Biel.


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