Ungeahndeter Handpass von Timo Meier

NHL ⋅ Ein nicht geahndeter Handpass von Timo Meier in der Entstehung des Siegtores für die San Jose Sharks führt in den Playoff-Halbfinals der NHL zu einer Kontroverse.

Aktualisiert: 
16.05.2019, 08:58
16. Mai 2019, 06:56

Die San Jose Sharks besiegten im Conference-Final im Westen die St. Louis Blues auswärts mit 5:4 nach Verlängerung und führen in der Serie mit 2:1. Das Siegtor von Doppeltorschütze Erik Karlsson fiel nach 5:23 Minuten in der ersten Overtime.

Das von Timo Meier eingeleitete Tor hätte allerdings aufgrund seines Handpasses nicht zählen dürfen. Meier hatte einen von ihm durch einen Blues-Abwehrspieler blockierten Schuss als Abpraller im Fallen mit letztem Einsatz mit der rechten Hand in Richtung Torraum der Blues weitergeleitet. Gustav Nyquist bediente im Slot dann Karlsson, der zum Siegtor vollendete. Eine Weiterbeförderung der Scheibe mit der Hand zum Vorteil des eigenen Teams ist vom Reglement her untersagt.

Trotz Reklamationen der Blues erfolgte keine Konsultation der Videobilder. Dafür hätte einer der vier Unparteiischen auf dem Eis die Szene sehen und die Partie spätestens bei Nyquists Puck-Annahme unterbrechen müssen. Dies war aber nicht der Fall.

Selbst Siegtorschütze Karlsson bekam eigenen Bekunden zufolge nicht mit, wie Meier den Puck im Fallen in den Torraum befördert hatte. Das "Übersehen" der Unparteiischen brachte den Sharks indes den Erfolg ein.

Die unterlegenen Blues hatten in der regulären Spielzeit aus einem 1:3-Rückstand eine 4:3-Führung gemacht, ehe Logan Couture für die Sharks 61 Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit mit dem Treffer zum 4:4 das Nachsitzen erzwang.

Für die Sharks war der frühere Davoser Lockout-Spieler Joe Thornton (39) in der regulären Spielzeit mit zwei Toren und einem Assist der herausragende Spieler gewesen. Und der schwedische Top-Verteidiger Karlsson erzielte nebst dem Siegtor auch noch die 1:0-Führung der Gäste.

Meier jetzt auch Schweizer Playoff-Rekordskorer in der NHL

Timo Meier ist durch seinen zehnten Assist in den laufenden Playoffs auch Schweizer Rekord-Playoff-Skorer in der NHL. In der Qualifikation hatte der 22-jährige Appenzeller bereits die Bestmarke von Mark Streit gelöscht, die elf Jahre Bestand hatte. Meier schaffte aus 74 Spielen 30 Tore und total 66 Punkte in der Qualifikation.

Nun hält er auch den entsprechenden Schweizer Playoff-Rekord in einer Saison mit aktuell 15 Skorerpunkten (5 Tore/10 Assists) aus 17 Spielen. Meier löste Roman Josi ab, der vor zwei Jahren beim Final-Vorstoss der Nashville Predators 6 Tore und 14 Punkte aus 22 Spielen verbuchte.

Spiel 4 der Serie zwischen St. Louis und San Jose ist für die Nacht auf Samstag erneut in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri angesetzt. (sda)


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