Dem Nachwuchsschwinger Lukas Heinzer glückt der perfekte Wettkampf

SPORT ⋅ Der Goldauer siegt am Innerschweizer Nachwuchsschwingertag in Attinghausen. Nun folgt der nächste Höhepunkt.

27. Juni 2022, 21:10

Simon Gerber

Nach einer makellosen Leistung mit sechs Siegen holte Lukas Heinzer zum ersten Mal einen Kategoriensieg am Innerschweizer Nachwuchsschwingertag. Wie gross die Genugtuung beim Schwyzer war, zeigte sich nach dem Schlussgangsieg gegen den Kantonsrivalen Benjamin Züger. Der bald 18-Jährige strahlte über das ganze Gesicht und liess sich auf den Schultern seiner Kameraden vom Publikum feiern.

Als einer von drei Kranzschwingern am Start zählte Heinzer in seiner Alterskategorie zum engsten Favoritenkreis und wurde dieser Rolle gerecht. Er sei am Morgen schon mit einem guten Gefühl aufgestanden.

«Ich war bereit und wusste, dass an diesem Wettkampf für mich einiges möglich ist»,

sagte der Zimmermann in Ausbildung. Der Auftakt im Sägemehlring gelang ihm mit drei Siegen nach Plan. Im dritten Duell bodigte der Goldauer mit einer souveränen Leistung Christian Zemp, den Schlussgangteilnehmer am diesjährigen Ob- und Nidwaldner Kantonalfest. Und im fünften Durchgang besiegte er mit dem Zuger Kranzschwinger Luca Müller einen weiteren Kandidaten auf den Festsieg. Vor dem Schlussgang habe er die Ruhe gesucht, um die nötige Konzentration aufzubauen, so Heinzer.

Obwohl ihm gegen Benjamin Züger ein Unentschieden für den Kategoriensieg genügt hätte, gab er sich mit einem solchen Resultat nicht zufrieden. «Es ist ein schöneres Gefühl, den Wettkampf mit einem Schlussgangsieg zu beenden», betonte der 90 Kilo schwere und 1,87 Meter grosse Sennenschwinger. In der vierten Minute erreichte Heinzer sein Ziel mit Kurz-Lätz.

Argumente sammeln fürs Eidgenössische

Schon am nächsten Sonntag steht für das Mitglied des Schwingerverbandes am Rigi mit dem Innerschweizer Schwingfest ein weiteres Highlight an. Eine erste Hürde der Qualifikation für das Eidgenössische Schwingfest hat der technisch vielseitige Athlet mit dem Gewinn des ersten Kranzes in seiner Laufbahn am diesjährigen Schwyzer Kantonalfest bereits genommen.

«Jetzt will ich den Verantwortlichen mit einer guten Leistung weitere Argumente für das Ticket liefern», sagt Lukas Heinzer. Wenn es damit nicht klappen sollte, dann hofft er, dass sein Traum am Eidgenössischen 2025 in Erfüllung geht.

Der Goldauer stammt aus einer Schwingerfamilie. Sein Vater Anton Heinzer war 18-facher Kranzgewinner, Mutter Rita gewann ebenfalls einen Kranz an einem Frauenschwinget. Auch seine beiden Brüder Benno und Remo stehen im Sägemehl. In Lukas Heinzers Adern fliesst also richtig viel Schwingerblut.

Am Trainingsfleiss fehlt es ihm nicht. Zweimal wöchentlich feilt er in der Schwinghalle unter den Augen seines Trainers Bruno Linggi an der Technik. Einmal schwitzt er bei Konditions- oder Kraftlektionen. Zu seinem Repertoire zählen aus dem Stand heraus Kurz, Lätz oder Wyberhaken. Zudem kann sich Lukas Heinzer schon jetzt gut auf einen Gegner einstellen. Als ein Manko bezeichnet er den mentalen Bereich.

«Manchmal bin ich von mir für einen Sieg noch zu wenig überzeugt.»

Heinzer bezeichnet sich als einen eher ruhigen Zeitgenossen, der nicht unbedingt das Rampenlicht sucht. Aber dies könnte sich durch weitere Erfolge möglicherweise noch ändern.


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