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Leserbrief

Zudecken, Energie nutzen und Geld sparen

Zu den Artikeln «Experten bei Güllesilos massiv verrechnet» und «Ohne Strom geht nichts mehr» vom 14. Januar

Mit dem Decken der Güllesilos lässt sich Energie und Geld sparen, wenn aus Gülle fermentiertes Biogas genutzt wird. Gemäss Artikel beteiligt sich die öffentliche Hand finanziell am Zudecken. Wird jedoch zusätzlich in eine Kleinbiogasanlage mit Generator investiert, amortisiert sich die Investition nach einigen wenigen Jahren. Aus Gülle entsteht wertvolles Biogas, welches im Gegensatz zu Abwasserreinigungsanlagen erst selten genutzt wird. Auch kleinere Landwirtschaftsbetriebe können mit eigenen Kleinbiogasanlagen Wärme und Strom produzieren. Diese sind verblüffend einfach aufgebaut: Mittels einer viereckig betonierten Vorgrube, des Fermenters, wird der Gasertrag erhöht und dieser mittels Blockheizkraftwerk (Gasmotor mit Stromgenerator) zur Strom- und zur Wärmeproduktion genutzt. Pflanzen können die Nährstoffe fermentierter Gülle sogar besser aufnehmen. Wegen des geringen Ammoniakgehaltes ist sie weitaus geruchsneutraler.

Im Artikel zum «Blackout Berlin» wird erwähnt, dass auch Unternehmen kritische Prozesse bei einem Stromausfall überlegen und für den Fall Massnahmen definieren sollen. Bei Landwirtschaftsbetrieben würde ein Stromausfall über längere Zeit bei Lüftungen, Melkanlagen oder auch Heizungen das Wohlergehen von Mensch und Tier unmittelbar bedrohen. Die Nahrungsmittelproduktion für die Bevölkerung wäre gefährdet. Der Biogasgenerator kann als Notstromaggregat dienen. In der Schweiz gibt es 140 landwirtschaftliche Biogasanlagen. Das Potenzial ist enorm, denn heute werden erst fünf Prozent der in der Schweiz anfallenden Gülle- und Mistmengen für die Biogasproduktion genutzt. Es reicht nicht ganz zum Goldesel, der Gold scheisst; aber immerhin gibts aus Kuhmist Energie, welche bares Geld wert ist! Oder wie es andernorts hiess: «Die Gülle ist das wahre Gold der Biogasanlage.»

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