Es ärgert mich, wenn ich in Leserbriefen lese, die Prämienverbilligung dürfe nicht erhöht werden, da zuerst das Problem der hohen Gesundheitskosten angegangen werden müsse. Ja, warum geschieht denn seit Jahren nichts oder viel zu wenig für tiefere Gesundheitskosten? Ich und alle anderen Versicherten sind nicht schuld, dass die Politik in Bern die Kosten nicht in den Griff bekommt. Aber wir sind die Bestraften und müssen die ständig höheren Kosten dafür bezahlen, da ich obligatorisch verpflichtet bin, eine Krankenversicherung abzuschliessen – egal, ob ich gesund oder krank bin.
Durch die hohen Prämien gelangen immer mehr Menschen in finanzielle Not, weil auch viele andere Grundbedürfnisse deutlich teurer wurden. Bei der Einführung des Krankenkassenobligatoriums wurde noch versprochen, dass niemand mehr als acht Prozent seines Einkommens dafür aufwenden müsse und alles darüber werde durch Prämienverbilligungen bezahlt werde. Doch davon können wir nur träumen.
Weil unser Kanton seine Beiträge an die Prämienverbilligung deutlich kürzte, müssen viele Menschen einen grösseren Anteil ihres Einkommens für die Prämien aufwenden – auch wenn sie dadurch an ihre finanziellen Grenzen kommen. Genau diese Menschen können am wenigsten dafür, dass die Gesundheitskosten ständig steigen. Sie werden höchstens krank durch die Sorge, wie sie alles bezahlen können.
Ich finde es sehr befremdend, dass der reiche Kanton Schwyz nicht wenigstens gleich viel Prämienverbilligung zahlt wie die anderen Kantone. Bei den tiefen Steuern für Milliardäre wollen wir Spitze sein, bei der Prämienverbilligung für Menschen mit tiefen und mittleren Einkommen könnten wir wenigstens durchschnittlich sein. Mit einem Ja zur Kaufkraft-Initiative wird dies Tatsache.
