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Leserbrief

Wer ist der Lappi?

Zum Leserbrief «Spiel ohne Grenzen?» von Fredy Prachoinig vom 16. April

Volle Züge, Staus auf Schwyzer Strassen zu gewissen Zeiten – ja, es gibt Probleme, die aber mit Vernunft und Umsicht gelöst werden müssen, ohne sofort auf Ausländer und Asylbewerber zu zeigen. Der Selbstversorgungsgrad lag für das Jahr 2024 gemäss Agrarbericht bei etwa 50 Prozent und nicht, wie Fredy Prachoinig schreibt, bei 42 Prozent. Dieser Wert wird wohl nie 100 Prozent betragen, die Schweiz wird immer auf Einfuhren aus dem Ausland angewiesen sein.

Die im Leserbrief erwähnten Überschwemmungen, Murgänge und Lawinen haben mit der Initiative der SVP wohl nichts zu tun. Die Jahrhundertüberschwemmung in Brunnen war 1910.

Der Leserbriefschreiber erwähnt, dass wir uns bezüglich Energie fahrlässig abhängig gemacht haben. Die von der Sonne gelieferte Energie ist gratis und muss nicht importiert werden. Es ist zu hoffen, dass sich die SVP in Zukunft für die Erzeugung erneuerbarer Energien einsetzen wird. Ausländische Grossstädte wie London, Berlin, Paris und so weiter wird es in der Schweiz sicherlich nie geben.

Es ist die Schweizer Wirtschaft, die auf die ausländischen Arbeitskräfte angewiesen ist. Der Spruch «Lappi tue d Augen uf» am Schwabentor in Schaffhausen steht seit 1935 unter der Darstellung eines Bauern mit einem Ferkel unter dem Arm, der von Autos bedrängt wird. Wenn Fredy Prachoinig schreibt, dass wir überall Probleme haben wegen zu vieler Einwohner (also auch Schweizer?), wird er wohl selber wissen, dass er hier masslos übertreibt.

Will er tatsächlich, wie es 1970 Schwarzenbach wollte, auf einen Schlag einige 100’000 Personen, wahrscheinlich alles Ausländer, ausweisen? «Lappi tue d Augen uf» vor Personen, die diese Haltung vertreten und die Chaosinitiative der SVP unterstützen.

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