Der Begriff «nachhaltig» hat eine reiche Begriffsgeschichte hinter sich. Ursprünglich: eine längere Zeit anhaltende Wirkung. Später: Es darf nicht mehr verbraucht werden, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren und wieder bereitgestellt werden kann. Die ursprüngliche Bedeutung ist wertfrei, kann also leicht missbraucht werden.
Wenn das Parlament beschliesst, neue Atomkraftwerke zu bauen, erhöht sich das Risiko, die Schweiz nachhaltig unbewohnbar zu machen. Wenn wir dem Wasser keine Gifte zuführen, tragen wir nachhaltig zu einer hohen Wasserqualität bei.
Die Beilage «Nachhaltig Schwyz» bringt interessante Beiträge über Foodwaste, Energieeffizienz, Elektroauto und Verbrenner im Vergleich, Probleme für Imker, Bioregion Schwyz, Plastikentsorgung und so weiter. Der Spass hört auf beim Erscheinen von Partikularinteressen von Firmen, die Plastik herstellen oder Schneekanonen mit Nachhaltigkeit verbinden. Hier beginnt die Begriffsverwirrung.
Gemäss Schätzungen landen bis 2050 so viele Tonnen Plastik in den Meeren wie die gesamte Meeresfauna! Mikroplastik ist allgegenwärtig, auch in unserem Blut und Gehirn. Plastik ist daher nachhaltig schädlich für uns und die Natur.
Was auffällt, ist das Fehlen des Tabuthemas Verzicht, das ökologisch am nachhaltigsten wäre: Die meisten Schweizer Privatpersonen brauchen kein eigenes Auto. Auch Schneekanonen sind purer Luxus. Ich gehe davon aus, dass «Nachhaltig Schwyz» zum Ziel hat, etwas für eine bessere Welt beizutragen; da wäre der Begriff «ökologische Nachhaltigkeit» eventuell treffender.

