Das von der SVP an der Delegiertenversammlung vorgestellte Forderungspaket zur Rettung der Volksschule kann man gut oder schlecht finden. Fragwürdig sind hingegen die einleitenden Worte des Parteipräsidenten, weshalb unser Staat am Verlottern sei. Schuld haben ausnahmsweise mal nicht nur die Migranten, so nebenbei werden auch links-grüne Hamas-Sympathisanten verantwortlich gemacht.
Aber da wir schon beim Thema Schule sind: Im Geschichtsunterricht war wohl Herr Dettling selbst nicht präsent. Zumindest nicht dann, als wir lernten, wie unsere Vorfahren sich vor der habsburgischen Willkürherrschaft verteidigten und wie sie sich ihre Unabhängigkeit erkämpften. Es erstaunt doch sehr, dass eine Schweizerische Volkspartei keinerlei Sympathie für Palästinenser aufbringen mag, sondern jene, die es tun, vorschnell mit Terroristen gleichsetzt. Ein Volk, das in den letzten Jahrzehnten nicht mehr verlangt, als das, was unsere Eidgenossen damals verlangten – und schliesslich erreicht haben!
Nur weil es gerade im Trend liegt, mit Worten und Taten wild um sich zu schiessen, sollten wir nicht vergessen, woher wir Schweizer kommen. Vor allem sollten wir solidarisch sein mit jenen, die denselben steinigen Weg vor sich haben wie unsere Vorfahren, Blut und Tränen vergiessen, damit sie eines Tages das haben, was wir Schweizer unser Eigen nennen: eine sichere Heimat mit selbstbestimmtem Schulunterricht.
