Leserbrief

Viele Fragen sind noch offen

Zu den Mehrkosten bei der Umgestaltung des Bahnhofs Brunnen

Am 7. Oktober hat die Bevölkerung der Gemeinde Ingenbohl die Einladung zur «Ausserordentlichen Gemeindeversammlung» erhalten. Die Begründung der Abweichung der effektiven Baukosten vom Kostenvoranschlag mit 40 Prozent Mehrkosten im Bericht ist nicht plausibel. Da sind noch viele Fragen und dazugehörige Antworten offen.

Zum Beispiel: Das Projekt wird von der Gemeinde Ingenbohl, dem Kanton Schwyz und den SBB gemeinsam umgesetzt. Welcher dieser Beteiligten ist federführend, und wer war in der Submissionsphase und bei der Arbeitsvergabe verantwortlich? Die Mehrkosten betreffen alle drei Beteiligten und müssen von diesen finanziert werden. Der Bericht des «Boten» vom 25. September betraf nur die Gemeinde. Wieso wurde der Kanton nicht angefragt und wieso gibt dieser keine offizielle Erklärung für die 1,4 Millionen Franken Mehrkosten ab? Dem Kanton scheint es recht zu sein, nicht im Fokus zu stehen, und er lässt die Gemeinde Ingenbohl im Regen stehen. Für den Kanton und die SBB ist die Angelegenheit peinlich, und sie versuchen, die Füsse still zu halten. Jedenfalls haben sie bisher noch keine offizielle Stellungnahme abgegeben.

Es wäre wünschenswert, wenn die kantonale Finanzkontrolle ein Verfahren einleitet, da die Mehrkosten den Kanton und die Gemeinde betreffen. Dabei soll das ganze Submissionsverfahren von A bis Z geprüft werden. Bei diesen Mehrkosten hätte die Submission auf jeden Fall gestoppt werden müssen. Gemäss Beschaffungsgesetz und -verordnung ist das möglich. Jetzt, nachdem der Vertrag unterschrieben ist und die Arbeiten begonnen haben, kann eine Einstellung mit Mehrkosten verbunden sein. Mit der Vertragsunterzeichnung und dem Baubeginn werden dem Bürger für die Abstimmung Handfesseln angelegt.

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