Leserbrief

Unteriberg: Verlust des Dorfcharakters

Zur Abstimmung über die Teilrevision der Nutzungsplanung in Unteriberg vom 14. Juni

Am 14. Juni stimmt Unteriberg über die Teilrevision der Nutzungsplanung ab – ein Entscheid mit weitreichenden Folgen für unser Dorf. Problematisch ist, dass mehrere Projekte – darunter die Nutzungsplanung sowie die Erweiterung der Deponiezone Lehweid – in einer einzigen Vorlage zusammengefasst werden. Eine getrennte und faire Beurteilung ist dadurch nicht möglich. Dies wurde bereits an der Gemeindeversammlung heftig kritisiert.

Die Gemeinde hat in den letzten Jahren Einzonungen versäumt und will diesen Rückstand nun mit grossen Ein- und Umzonungen auf einmal korrigieren. Die geplanten Ein- oder Umzonungen in die Kernzone bedeuten, dass zusätzlich Platz für etwa acht bis zehn Mehrfamilienhäuser mit Gebäudehöhen bis zu 17 Metern geschaffen wird, was unser Dorfbild massiv verändern würde. Unteriberg steht damit vor einem spürbaren Eingriff in seinen ländlichen Charakter.

Gleichzeitig stellt sich die zentrale Frage: Für wen wird hier eigentlich gebaut? Hohe Baukosten und schwierige Bodenverhältnisse im Gebiet Obernidlau sprechen dagegen, dass hier wirklich bezahlbarer Wohnraum für Einheimische entsteht. Viel eher besteht die Gefahr, dass vor allem Investoren profitieren.

Unteriberg steht vor einer wichtigen Entscheidung. Es geht nicht nur um Zonenpläne, sondern um die Zukunft unseres Dorfes und die Frage, welchen Charakter wir bewahren wollen. Darum empfehle ich am 14. Juni ein Nein zur Teilrevision der Nutzungsplanung.

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