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Leserbrief

Tschüss Schönrederei

Zur Abstimmung über die Biodiversitätsinitiative

Für den Bauernpräsidenten Markus Ritter gibt es keine Krise der Biodiversität. Er ist der Meinung, dass die Bauern schon genug machen. In einem Interview mit SRF vom 11. Juni sagt er, dass die Landwirtschaft schon heute 19 Prozent Biodiversitätsfläche habe. Er sagt: «Es bräuchte 7 Prozent, wir haben also fast dreimal mehr, deshalb braucht es diese Massnahme nicht.»

Bräuchte? Woher hat Ritter bloss diese Zahlen? Weiter plaudert er: «Wir haben einen sehr erfreulichen Bestand an Honigbienen, der auch Einfluss hat auf die Wildbienen, von denen wir gerne mehr hätten.» Und Ritter schlussfolgert: «Es ist immer eine gewisse Verdrängung. Gerade auch bei den Insekten.»

Ja, tatsächlich, beim Bauernpräsidenten ist eine Verdrängung festzustellen. Nicht nur die Insekten werden verdrängt, mir scheint, Ritter verdrängt mit seiner Schönrederei und Schönfärberei vor allem Tatsachen.

In einer öffentlichen Stellungnahme äussern sich 350 Forscherinnen und Forscher zur beunruhigenden Lage der Biodiversität in der Schweiz. Über ein Drittel der Arten und mehr als die Hälfte der Lebensraumtypen sind bedroht. Für den Rückgang der Biodiversität sind hauptsächlich Nährstoffeinträge, Mikroverunreinigungen, die Zerschneidung und der Verlust von Lebensräumen sowie die Auswirkungen des Klimawandels verantwortlich.

Die Forscherinnen und Forscher fordern deshalb entschlossenes Handeln. Die Anstrengungen und Massnahmen müssen aufrechterhalten und verstärkt werden, um eine umfassende Trendwende herbeizuführen. Die Biodiversitätsinitiative braucht Ihre Zustimmung.

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