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Leserbrief

Thoriumreaktor-Desaster zum Zweiten

Zum Leserbrief «Solar, Wind, Kernkraft?» vom 21. März

In diesem Leserbrief wird ein Thorium-Flüssigsalzreaktor als die Lösung aller Energie- und Klimaprobleme angepriesen. Falls der Reaktor wirklich einwandfrei und sicher funktioniert und alle Finanzierungs- und Entsorgungsprobleme gelöst sind, ist dies eine tolle Sache!

Aber eine gewisse Skepsis sei erlaubt: Bei der Lobbyorganisation Nuklearforum Schweiz findet sich zum Thema Thoriumreaktor der Artikel «China erzielt Durchbruch bei Thorium-Uran-Umwandlung», datiert mit 7. November 2025. Der Versuchsreaktor steht in der Wüste Gobi (warum wohl?) und hat eine Leistung von zwei MW, was höchstens zwei Promille der Leistung des AKW Gösgen, wenn es denn in Betrieb ist, entspricht. Aus dem Thorium entsteht Uran, welches wiederum in anderen Reaktoren eingesetzt werden kann. Nützlich, falls die Uranvorräte knapp werden sollten.

Zu hoffen bleibt, dass es mit diesem Reaktortyp weniger Probleme gibt als mit dem vom Prinzip her anders funktionierenden, 1983 in Deutschland testweise in Betrieb genommenen Thorium-Hochtemperatur-Reaktor THTR-300. Nach einer Reihe von Problemen, welche der Betreiber zu vertuschen versuchte, wurde der Reaktor nach 423 Volllasttagen stillgelegt. 2025 ging der Betreiber in die Insolvenz, und dessen Besitzer, Stromkonzerne und Stadtwerke, versuchen nun, die Hunderte Millionen an ausstehenden Entsorgungskosten dem deutschen Steuerzahler anzuhängen. 2044 soll der Rückbau schliesslich beendet sein.

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