Auf den ersten Blick klingen die 1,7 Millionen Franken Dividende beeindruckend. Für Frau Gemeindepräsidentin ist diese Ausschüttung eine wertvolle Gemeinde-Einnahme, deren Wegfall eine Steuererhöhung nicht ausschliesse. Doch bei genauer Analyse zeigt sich, dass diese «Super»-Dividende teuer erkauft ist – ja die Gemeinde als Hauptaktionärin (82,6 Prozent) die Entwicklung «ihrer» Bank gar behindert.
Im harten Konkurrenzkampf der Banken ist Kapital die entscheidende Währung: Die kleine Sparkasse muss sich gegen grosse Bankhäuser und digitale Anbieter behaupten. Die Gemeinde kann oder will der Bank das nötige Kapital zur Entfaltung jedoch nicht zur Verfügung stellen. Zwar ermöglicht sie durch die geringe Ausschüttung eine gewisse Basis für den Bestand im Konkurrenzkampf. Doch mangels eines echten Benchmarks für die Aktien bleibt dieses Fundament bescheiden.
Schon eine einfache Milchbüechli-Rechnung zeigt, dass die Gemeinde ohne das massive Aktienpaket wohl besser dastehen würde: Würden nämlich die Anteile veräussert, könnte der Erlös zur Tilgung bestehender Gemeindeschulden genutzt werden. Die dadurch eingesparten Schuldzinsen würden den Wegfall der Dividenden weitgehend kompensieren. Alternativ könnte der Verkaufserlös am Markt angelegt werden, wo die Erträge die notgedrungen bescheidene Dividendenrendite der Sparkasse von 1,5 Prozent übersteigen dürften. Und die Gemeinde wäre erst noch das Klumpenrisiko einer Mehrheitsbeteiligung von 82,6 Prozent an einem nun einmal mit Risiko behafteten Bankunternehmen los.
Unter dem Strich bleibt ein strategisches Dilemma: Während Frau Gemeindepräsidentin sich über den vermeintlich immerwährenden Dividendenfluss freut, blockiert die statische Aktionärsstruktur die langfristige Zukunftsfähigkeit der Sparkasse. Ein Dividendenjubel mit einem fahlen Beigeschmack!